Hacker erklären US-Polizei den Cyber-Krieg

Die Gruppe AntiSec hat sich offenbar bei über 70 Polizeidienststellen vertrauliche Informationen beschafft. Offenbar sind diese so brisant, dass sie die Beamten in Misskredit bringen könnten.

Zeigt sich solidarisch mit der Hackergruppe Lulz Security: AntiSec, hier ein Auszug der Website.

Zeigt sich solidarisch mit der Hackergruppe Lulz Security: AntiSec, hier ein Auszug der Website.

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Die Gruppe AntiSec hat eine Erklärung im Internet veröffentlicht, wonach sie über einen Internet-Angriff an Informationen von 70 US-Polizeidienststellen gelangt ist, die nun veröffentlicht werden sollten. «Wir veröffentlichen eine massive Menge vertraulicher Informationen, die Polizeibeamte quer durch die USA blamieren, im Misskredit bringen und belasten werden», hiess es. Dies geschehe aus Solidarität mit in Grossbritannien und in den USA verhafteten Hackern «und allen anderen politischen Gefangenen», die Opfer von Rechtsbeugung seien.

Die britische Polizei hatte Ende Juli den mutmasslichen Sprecher der Hackergruppen Lulz Security und Anonymous festgenommen. Ein Londoner Gericht setzte den unter den Pseudonym «Topiary» bekannten 18-Jährigen vergangene Woche bis zur weiteren Verhandlung unter Auflagen auf freien Fuss. Ihm wird vorgeworfen, an Angriffen auf zahlreiche Websites beteiligt gewesen zu sein, darunter auch der Internet-Auftritt der britischen Behörde zur Bekämpfung organisierter Kriminalität (SOCA).

Lulz Security hatte sich in der Vergangenheit zudem zu einer Reihe spektakulärer Angriffe auf Webseiten von Unternehmen wie Sony und Nintendo und den US-Geheimdienst CIA bekannt. Zusammen mit Anonymous hatte LulzSec die Festnahme von 14 Verdächtigen durch US-Ermittler im Juli kritisiert, denen eine Beteiligung am Angriff auf den Online-Bezahldienst PayPal vorgeworfen wird. PayPal war in die Kritik geraten, weil es die Annahme von Spenden an die Internet-Enthüllungswebsite Wikileaks eingestellt hatte, nachdem diese tausende geheime Dokumente des US-Aussenministeriums veröffentlicht hatte. (miw/AFP)

Erstellt: 07.08.2011, 08:36 Uhr

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