Keine Kontrolle über surfende Kinder

Jeder dritte Zehn- bis Elfjährige hat ein eigenes Profil im Netz, so eine neue Studie. Das Thema Datenschutz erscheint Kindern ausserdem schwer zugänglich.

Was geht ab im Internet? Vielen Erwachsenen ist das egal - 41 Prozent lassen ihre Kinder ohne Aufsicht ins Internet.

Was geht ab im Internet? Vielen Erwachsenen ist das egal - 41 Prozent lassen ihre Kinder ohne Aufsicht ins Internet. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Viele Eltern lassen ihre Kinder einer Befragung zufolge unbeaufsichtigt im Netz surfen. Auch hat nur eine Minderheit Filter- oder Schutzprogamme auf dem Familiencomputer installiert, wie aus der Studie (KIM 2010) des deutschen Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest hervorgeht.

Dem Nachrichtenmagazin «Focus» zufolge, dem weitere Ergebnisse der Studie vorlagen, hat jeder dritte der Zehn- bis Elfjährigen inzwischen ein eigenes Profil im Netz, zum Beispiel auf Facebook.

Fehlende Schutzfilter

Zwar ist nach der Studie ein Grossteil der Eltern (81 Prozent) der Ansicht, das Internet berge Gefahren für Kinder. Knapp zwei Drittel befürworten deshalb auch technische Hilfsmittel. Tatsächlich eingebaut haben ein solches aber nur 14 Prozent. Und 41 Prozent lassen ihr Kind ohne Aufsicht ins Internet.

Von den Sechs- bis 13-Jährigen gehen der Befragung zufolge 43 Prozent mindestens einmal pro Woche ins Netz. Viele haben dabei schon schlechte Erfahrungen gemacht: Acht Prozent berichteten, sie seien mit Dingen konfrontiert worden, die ihnen unangenehm gewesen seien, drei Prozent gaben an, sie seien auf Seiten gekommen, die ihnen Angst gemacht hätten.

«Bedenklich»

Studienleiter Thomas Rathgeb erklärte «Focus» zufolge, er halte die Bereitschaft für «bedenklich», persönliche Daten preiszugeben. Das Thema Datenschutz erscheine Kindern «eher schwer zugänglich».

(rek/dapd)

Erstellt: 19.02.2011, 10:48 Uhr

Artikel zum Thema

Der Facebook-Frust

Hintergrund Die Benutzer von Facebook stellen ihr eigentlich langweiliges Leben möglichst glamourös und interessant dar. Doch genau das macht die meisten Menschen und besonders Frauen unglücklicher. Mehr...

Kinder auf die Gefahren des Internets vorbereiten

Kinder und Jugendliche sollen lernen, mit den eigenen Daten im Internet verantwortungsvoll umzugehen. Datenschützer Hanspeter Thür gab heute den Startschuss zur Kampagne «Netla - Meine Daten gehören mir!» Mehr...

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Blogs

Never Mind the Markets Sollen Zentralbanken Klimapolitik betreiben?

Von Kopf bis Fuss Schon wieder eine Blasenentzündung?

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

In einem Tempel in Indonesien werden Laternen für die bevorstehenden Feierlichkeiten zum neuen Jahr aufgestellt. Das Mondschein-Neujahr, in China auch als Frühlingsfest bekannt, fällt auf den 25. Januar 2020 und markiert den Beginn des Jahres der Ratte. (23. Januar 2020)
(Bild: Fully Handoko) Mehr...