Löschen ist nicht gleich löschen

Wie säubere ich Computer und Notebooks? Und was ist mit dem Smartphone-Speicher? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Dateien sauber von Geräten entfernen - zum Beispiel, wenn Sie diese verkaufen wollen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vom intimen Urlaubsbild über Bewerbungsunterlagen bis hin zu Bewegungsprofilen im Internet: PCs und Smartphones sind schon nach kurzer Nutzungsdauer voller Daten über das Privat- und Berufsleben ihrer Nutzer. Um so wichtiger ist es, alle Dateien von den Endgeräten zu entfernen, bevor sie an Dritte weitergegeben werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

1. Warum muss ich meine Daten überhaupt löschen?
Wer sein altes Handy oder Notebook nicht länger braucht, kann beides bequem über verschiedene Internetplattformen wie der Tauschbörse Ebay oder dem Rückkaufportal Momox verkaufen. Doch wer seine technischen Geräte an Dritte weiterreicht, sollte sichergehen, dass alle Daten überschrieben sind. Sonst lassen sich auch vermeintlich gelöschte Daten von geübten Nutzern leicht wiederherstellen.

2. Wieso muss ich beim Löschen selbst aktiv werden?
Festplatten funktionieren nach einem simplen Prinzip: Wird eine Datei gespeichert, weist der Computer der Datei einen bestimmten Speicherplatz zu und merkt sich, dass er dort nichts anderes speichern darf. Wenn der Nutzer bestimmte Dateien löscht, gibt der Computer den vorher blockierten Speicherplatz wieder frei. Entfernt sind die Dateien damit aber noch nicht, sondern erst dann, wenn sie durch neue Informationen überschrieben werden.

Zudem werden Dateien beim Speichern in vielen Fragmenten auf der Festplatte verteilt. Oft reichen nur wenige dieser noch nicht überschriebenen Fragmente, um Dateien mit einer Wiederherstellung-Software zu rekonstruieren.

3. Wie säubere ich Computer und Notebooks?
Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, spezielle Software zu nutzen, die kostenlos heruntergeladen werden kann. Gemeinsam ist diesen Programmen, dass sie die Festplatte mehrfach mit sinnlosen Informationen überschreiben. So bleiben die Geräte weiter nutzbar, doch keine der früheren Dateien lässt sich rekonstruieren. Zu den vom BSI empfohlenen Gratisprogrammen gehört Eraser, das beim Onlineportal «Chip.de» heruntergeladen werden kann. Damit lassen sich auch Speichermedien wie externe Speicher und SD-Karten vollständig überschreiben.

4. Wie säubere ich meinen Smartphone-Speicher?
Smartphones bieten eine Funktion, die sich sinngemäss «Daten löschen und Werkseinstellungen wiederherstellen» nennt. Allerdings ist auch hier nicht sichergestellt, dass der Speicher überschrieben wird. Wer seine persönlichen Daten vom Surfen im Netz oder aus dem Zwischenspeicher (Cache) einer Anwendung löschen will, kann auf das Programm Quick App Manager zurückgreifen.

Für das Löschen des kompletten iPhone-Speichers empfehlen Fachmagazine die App iErase (6 Franken). Für das meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem Android hat sich noch keine vergleichbare App durchgesetzt. In Internetforen wird oft die Anwendung Shredroid empfohlen, doch viele Android-Nutzer klagen in Googles PlayStore über diverse Probleme. Wichtig ist auf jeden Fall, externe Speicherkarten aus dem Handy zu entfernen oder die Daten genauso wie bei einer PC-Festplatte zu löschen.

5. Was wird aus Daten in der Cloud?
Ob iCloud oder Dropbox: Daten wandern immer mehr ins Netz. Das ist zwar praktisch, weil sie dank Internet jederzeit verfügbar sind, doch geben die Nutzer auch die Kontrolle über ihre Daten ab. User müssen darauf vertrauen, dass der Service-Anbieter tatsächlich alles wie gewünscht von den Servern löscht. Umso wichtiger ist es, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu studieren. Zumal auch die Cloud-Betreiber die Accounts ihrer Kunden unter bestimmten Bedingungen löschen können - alle Daten inklusive. (AFP)

Erstellt: 08.04.2013, 19:43 Uhr

Löscht den kompletten iPhone-Speicher: App iErase. (Bild: Screenhsot iTunes)

Artikel zum Thema

Wenn Werbung den Computer bedroht

Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt Internetnutzer vor manipulierten Bannern auf Onlineportalen, über die Kriminelle vertrauliche Daten abgreifen. Mehr...

Kampfansage an die Datenwolke

Recht auf Vergessen, Informationspflicht, Übertragbarkeit von Daten: Wie die EU den Datenschutz verbessern will. Mehr...

Das Internet entscheidet, was wir sehen

Bei Frauen erscheinen im Online-Shop als Erstes Handtaschen, bei Männern Sportartikel: Mithilfe unserer Daten wird das Internet personalisiert. Wie Datenschützer damit umgehen sollen, ist unklar. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Welt in Bildern

Fakelträger: Junge Ungaren ziehen in Erinnerung an die Studentenproteste von 1956 durch die Strassen von Budapest. (22. Oktober 2018)
(Bild: Szilard Koszticsak) Mehr...