«Missbrauch von Kindern im Netz ist eine schreckliche Straftat»

Die EU und weitere 21 Länder bündeln ihre Kräfte gegen Kinderpornographie im Internet. Auch die Schweiz ist in Brüssel vertreten.

«Kindsmissbrauch findet in den dunkelsten Ecken des Internets statt»: US-Justizminister Eric Holder und EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. (5. Dezember 2012)

«Kindsmissbrauch findet in den dunkelsten Ecken des Internets statt»: US-Justizminister Eric Holder und EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. (5. Dezember 2012) Bild: Keystone

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Die 27 EU-Staaten, die Schweiz, die USA und weitere 19 Länder haben am Mittwoch eine weltweite Allianz gegen Kinderpornografie im Internet auf den Weg gebracht. «Im Internet begangener sexueller Missbrauch von Kindern ist eine schreckliche Straftat, und es sind versteckte Straftaten in den dunkelsten Ecken des Internets», sagte die EU-Innenkommissarin, Cecilia Malmström, gestern bei einer Pressekonferenz mit US-Justizminister Eric Holder in Brüssel.

Mehr als eine Million Fotos von minderjährigen Missbrauchsopfern kursierten im Internet, sagte Malmström unter Berufung auf Zahlen der Vereinten Nationen. Jedes Jahr kämen rund 50'000 neue Bilder hinzu. Kein Land könne die Netzwerke im Alleingang bekämpfen.

Belgiens Königin Paola übernimmt Schirmherrschaft

Das Aktionsbündnis steht unter der Schirmherrschaft von Belgiens Königin Paola. Die Teilnehmer wollen Verpflichtungen eingehen, was die Aufklärung der Verbrechen, die Verfolgung der Täter, den Schutz der Opfer und das Erschweren des Zugangs zu Kinderpornos im Netz angeht.

Zwar besitzt die EU vergleichsweise scharfe Gesetze auf dem fraglichen Feld. Doch oft liegen die Internetserver in den USA oder anderen Ländern, viele der Verbrechen selbst werden in asiatischen Ländern begangen und gefilmt, wie die EU-Kommission erklärte.

An dem Bündnis nehmen neben den 27 EU-Staaten, der Schweiz und den USA auch Norwegen, Südkorea, Kambodscha, Thailand, Vietnam, die Philippinen, Albanien, Kroatien, Moldawien, Montenegro, die Ukraine, Georgien, Serbien, die Türkei, Australien, Neuseeland, Japan sowie Ghana und Nigeria teil. Weitere Länder könnten sich später anschliessen. (chk/sda)

Erstellt: 06.12.2012, 05:25 Uhr

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