Piratenpartei Schweiz unterstützt Wikileaks

Seit Freitagmorgen ist Wikileaks über wikileaks.ch erreichbar. Registriert hat die Adresse die Schweizer Piratenpartei, wie die Schweizer Domainverwalterin Switch gegenüber der SDA bestätigte.

Neu in der Schweiz zu Hause: Die Wikileaks-Homepage hat eine Schweizer Adresse.

Neu in der Schweiz zu Hause: Die Wikileaks-Homepage hat eine Schweizer Adresse. Bild: Keystone

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«Wikileaks.ch» wurde vom Präsidenten der Schweizer Piratenpartei, Denis Simonet aus Ipsach, reserviert. Laut Angaben auf der Homepage des Parteipräsidenten traf Simonet im November Wikileaks-Chef Julian Assange zu einem Pizzaessen.

Das Treffen habe zwei Stunden gedauert, sagte Simonet gegenüber der «az Gesamtausgabe» vom Donnerstag. Assange habe vor allem wissen wollen, wie er am besten mit den Schweizer Behörden in Kontakt treten könne. Auch der Domainname wikileaks.li ist bereits reserviert - laut Switch von Matthias Hummler von einer Informatikfirma im luzernischen Rickenbach.

In die Schweiz «übersiedelt»

Wikileaks hatte am Freitag kurz nach 10 Uhr über Twitter mitgeteilt, dass man nun in Schweiz «übersiedelt» sei und eine neue Domain (Internetadresse) habe: Statt auf «wikileaks.org» ist die Enthüllungsplattform ab sofort auf «wikileaks.ch» erreichbar.

Die Internetadresse Wikileaks.org ist seit dem späten Donnerstagabend nicht nicht mehr direkt erreichbar, sondern nur noch über die IP-Adresse, also die Zahlenfolge, die jeden Computer im Internet eindeutig identifiziert.

Grund ist, dass der amerikanische Domain-Name-Provider EveryDNS, der die Adresse verwaltet, nach eigenen Angaben die Bearbeitung von Anfragen für die Website eingestellt hat. Dies sei notwendig geworden, da es wiederholt zu «massiven» Angriffen auf die Adresse gekommen sei. (pbe/dapd)

Erstellt: 03.12.2010, 12:32 Uhr

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Gegen Nutzungsbestimmungen verstossen

Der Online-Einzelhändler Amazon bestreitet, die Enthüllungsplattform Wikileaks auf politischen Druck von seinen Servern verjagt zu haben. Wikileaks habe gegen die Nutzungsbedingungen verstossen, teilte Amazon in der Nacht zum Freitag in einem Blog-Beitrag mit. So sähen die Geschäftsbedingungen von Amazons Web- Dienstleistungen vor, dass der Kunde die Rechte an den Inhalten halte und deren Einsatz niemandem Schaden zufüge. «Es ist klar, dass Wikileaks nicht über die Rechte an den vertraulichen Dokumenten verfügt», argumentierte Amazon.

Auch könne bei der grossen Zahl von 250'000 Depeschen nicht gesichert sein, dass durch deren Veröffentlichung nicht Unschuldige wie etwa Menschenrechtler in Gefahr gerieten. Zuvor hatte es zahlreiche Medienberichte gegeben, Amazon habe die Nutzung seiner Server durch Wikileaks nach einer Intervention von US- Senator Joe Lieberman gestoppt. Der parteilose Vorsitzende des Senatsausschusses für innere Sicherheit habe Amazon mit einem Boykott gedroht, berichtete der britische «Guardian». (sda)

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