So bereiten Sie sich auf die Ferien vor

Ein unverzichtbarer Reisebegleiter für den Weltenbummler ist das Smartphone – damit es Ihnen nicht die Reise verdirbt, braucht es Vorbereitungen.

Fast so wichtig wie das Isomätteli: Genügend Stromreserven. Foto: Przemek Klos (Getty Images)

Fast so wichtig wie das Isomätteli: Genügend Stromreserven. Foto: Przemek Klos (Getty Images)

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Immer genug Saft im Akku

Auf wie viele Kabel und Ladegeräte man angewiesen ist, merkt man, wenn man für die Ferien packt. Handy und Tablet haben vielleicht noch dasselbe Kabel, aber für Fotokamera oder gar Smartwatch braucht es spezielle. Praktisch sind darum USB-Mehrfachstecker, mit denen man mehrere Geräte gleichzeitig lädt. Ein Stromadapter fürs Reiseland ist Pflicht und gehört zuoberst auf jede Packliste. Diesen kauft man schon zu Hause. Wer erst am Flughafen oder am Ferienort daran denkt, zahlt drauf. Spartrick: Ein Adapter reicht, wenn man daran eine Steckerleiste anschliesst. Unterwegs helfen die allerdings wenig. Da empfiehlt sich ein Zusatzakku, wie man ihn in der Schweiz sogar am Kiosk für wenige Franken bekommt. Besonders abenteuerlustige Zeitgenossen greifen zum Solarladegerät.

Das Smartphone in Ferienlaune

Für den Strand und Wasseraktivitäten ist es sinnvoll, das Telefon entsprechend zu schützen. Es gibt Schutzbeutel, beispielsweise die wasserdichten Tüten von Loksak (erhältlich in Sport- und Outdoorläden). Oder man verwendet einen verschliessbaren Gefrierbeutel. Vorausschauende Reisende aktivieren die Suchfunktion, mit der sich ein abhandengekommenes Telefon aufspüren lässt (allerdings nur, wenn es Verbindung zum Netz hat). Bei Apple-Telefonen heisst sie iPhone-Suche, bei Google-Telefonen Android-Geräte-Manager. Ausserdem zu empfehlen: Vor dem Reiseantritt alle Apps aktualisieren und eine Umrechnungs-App oder einen Währungsrechner und allenfalls auch einen digitalen Reiseführer wie Tripadvisor oder Tripwolf bereithalten.

So viel Netz, wie man braucht

Wie verbunden will man sein? Manchen reicht ein gelegentlicher Kontakt mit dem Internet. In diesem Fall reicht es völlig, wenn das Hotel Gratis-WLAN anbietet oder man ab und zu in einem Beizli Station macht, das den Gästen drahtloses Internet offeriert. Für den grösseren Datenhunger erkundigt man sich noch zu Hause beim Mobilfunkanbieter nach einem Roaming-Zusatzpaket für die Ferien. Da diese nicht sonderlich günstig sind, kann man sich auch vor Ort eine lokale SIM-Karte besorgen. Bei Telefonen mit zwei SIM-Karten-Slots verwendet man diese zweite Karte parallel zu der Schweizer SIM. Oder man beschafft sich einen mobilen WLAN-Hotspot (rund 100 Franken). In den steckt man die SIM-Karte eines lokalen Mobilfunkanbieters. Mit dem passenden Prepaid-Datentarif kann man so per WLAN mit allen mitgeführten Geräten ins Netz. Falls kein günstiger Tarif möglich ist, sollten die Roamingfunktionen am Telefon unbedingt abgeschaltet sein.

Für den Kontakt nach Hause verwendet man am besten eine App wie Touchnote, mit der man Postkarten am Telefon oder Tablet gestalten und als richtige Postkarte an Freunde und Bekannte schicken kann. Mit PostCard Creator der Schweizer Post darf man alle 24 Stunden eine Gratis-Postkarte verschicken. Achtung, das erstmalige Anmelden ist aufwendig! Besser schon zu Hause erledigen. Apropos Verbindung nach Hause: Der Erholung wegen vermeidet man besser, unerwartet mit Arbeit konfrontiert zu werden. Also: Im Mail den Auto­responder einschalten, arbeitsbezogene Benachrichtigungen deaktivieren.

Fotoausrüstung: Was muss mit? Was nicht?

Das Wichtigste überhaupt ist es, zu entscheiden, wie man seine Ferienfotos ­sichern möchte. Speicherkarten haben die unschöne Eigenschaft, im besten Moment kaputtzugehen. Darum lohnt es sich, Fotos schon in den Ferien entweder auf einem zweiten Gerät (Laptop, Tablet, Handy) oder in der Cloud (Google Fotos) zu sichern.

Dem Rücken zuliebe ist zu empfehlen, nur die wirklich wichtigsten Fotoutensilien mitzunehmen. Muss das Makroobjektiv wirklich mit? Macht die wasserdichte Actionkamera in den Bergen Sinn? Das grosse Stativ kann man meist zu Hause lassen. Für Sonnenuntergänge und Zeitraffer reicht auch ein kleines. Wer in einer anderen Zeitzone fotografiert, muss bei der Kamera die Uhrzeit anpassen. Sonst gibt es ein Wirrwarr bei den Aufnahmen von Handy und grosser Kamera. Das kann man zwar manuell korrigieren – aber wer will das schon?

Bereit für Pannen und Diebe

Ferienzeit ist Diebstahlzeit. Wer es nicht ohnehin schon macht, erstellt vorab ein Back-up – entweder auf dem Computer oder in der Cloud. So ist der Ärger nur halb so gross, wenn das Smartphone am Strand gestohlen wird oder nach einem unfreiwilligen Bad im Salzwasser den Geist aufgibt. Wichtig auch: einen PIN-Code für das Telefon zu setzen. Das wäre auch zu Hause wichtig, ist aber in Ländern mit erhöhtem Diebstahlrisiko unverzichtbar.

Wer seine Onlinekonten mit Zweistufenauthentifizierung gesichert hat – was sowieso eine gute Empfehlung ist–, darf sein Handy nicht zu Hause lassen. Ohne das SMS mit den Log-in-Daten kommt man sonst in den Ferien nicht an seine Daten. Apps wie Securesafe eignen sich nicht nur zum Speichern von Passwörtern. Bei solchen Apps kann man auch Passkopien und Reisedokumente sicher hinterlegen. Wer weiss, vielleicht ist man plötzlich froh darum. Wer sein Zuhause nicht aus der Ferne per WLAN-Kamera überwachen will und sich auch nicht das WLAN mit den Nachbarn teilt, kann und sollte in den Ferien Router und Co. ausstecken.

Navigation mit Offline-Karten

Wer ohne mobiles Internet unterwegs ist, aber das Smartphone als Navigationshilfe trotzdem schätzt, sollte Offlinekarten der Ferienregion bereithalten. Eine separate Navigations-App ist nicht mehr nötig; Google Maps lädt (über den Offlinekarten-Befehl) den auf dem Display sichtbaren Kartenbereich aufs Gerät herunter. Alternativ lassen sich die Here Maps verwenden. Auch die Übersetzungs-App Translate von Google speichert für die Nutzung ohne Internet Wörterbücher auf dem Telefon. Der Download lässt sich in den Einstellungen der App initiieren.

Falls an der Feriendestination der Fahrvermittlungsdienst Uber ein sinnvolles Transportmittel ist, lohnt es sich, sich vorab anzumelden.

Vielfältige und heimische Kost

Clouddienste sind komfortabel. Aber wehe, wenn die Internetverbindung weg ist. Darum unbedingt vor dem Abheben diese Handgriffe vornehmen: Offlinemodus bei den Lieblings-Playlists des Streamingdienstes aktivieren. Den E-Reader mit den neuesten Büchern bestücken. Ein, zwei Spiele-Apps installieren, die offline funktionieren. Das Pocket-Archiv mit neuen Artikeln füllen, die man offline lesen will. Die neusten Podcasts herunterladen. Schliesslich will niemand – gerade auf einem Langstreckenflug – auf das Unterhaltungsprogramm der Fluggesellschaften angewiesen sein.

Aus demselben Grund sollte man die eigenen Kopfhörer mitnehmen. Im Hotelzimmer gibt ein Streamingstick mehr Flexibilität. Mit einem Chromecast schaut man eigene Inhalte über den Hotelfernseher. Und: Mit einem VPN-Dienst muss man auf heimische TV-Sendungen nicht verzichten. Mit ihm schaut man ein Fussballspiel auch dann gratis, wenn es im Ferienland im Pay-TV läuft.

Die Feriennachbarn mögen den letzten Tipp verfluchen, aber mit Menschenverstand und Anstand lässt sich Ärger vermeiden: Einen kleinen Bluetooth-Lautsprecher mitnehmen. Die Ferien sind zu kurz für schlechten Klang. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.07.2016, 13:18 Uhr

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