USA warnen vor Huawei und ZTE

Die chinesischen Telekommunikationsriesen stellten eine Sicherheitsgefahr für die USA dar, heisst es im Entwurf eines Untersuchungsberichtes des Geheimdienstausschusses des Kongresses.

Von einem ehemaligen Ingenieur der chinesischen Volksarmee gegründet: Huawei. Im Bild: Techniker des Unternehmens in Shenzen.

Von einem ehemaligen Ingenieur der chinesischen Volksarmee gegründet: Huawei. Im Bild: Techniker des Unternehmens in Shenzen. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der US-Kongress hat mit scharfen Worten vor zwei chinesischen Telekommunikationsriesen gewarnt. Huawei und ZTE stellten eine Sicherheitsgefahr für die USA dar, heisst es im Entwurf eines Untersuchungsberichtes des Geheimdienstausschusses des Kongresses, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag (Ortszeit) vorlag.

Den beiden Unternehmen «kann nicht getraut werden», sie stünden vermutlich unter Einfluss der Regierung in Peking. Aufträge an ZTE und Huawei oder Übernahmen durch die Firmen könnten daher die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden.

«Integrität und Unabhängigkeit»

Der Kongressausschuss hatte die Untersuchung aufgrund von Befürchtungen eingeleitet, die beiden chinesischen Firmen könnten Wirtschaftsspionage betreiben oder im Auftrag des Militärs spionieren. Im Entwurf des Abschlussberichts hiess es nun: «China hat die Mittel, die Gelegenheiten und die Gründe, um Telekommunikationsunternehmen für bösartige Ziele einzusetzen.» Entsprechend seien die USA gefordert, «angesichts der Bedrohung der nationalen Sicherheitsinteressen Unternehmenskäufe, Übernahmen und Fusionen mit Beteiligung von Huawei und ZTE zu blockieren».

Das von einem ehemaligen Ingenieur der chinesischen Volksarmee gegründete Huawei und ZTE hatten eine Beziehung zum chinesischen Staat immer zurückgewiesen. Huawei-Vizechef William Plummer erklärte auf Anfrage nun erneut, «der Integrität und Unabhängigkeit» seines Unternehmens werde «in fast 150 Märkten getraut». In Australien war der Konzern vor einigen Monaten allerdings aus Furcht vor Cyberangriffen vom nationalen Breitbandnetzwerk ausgeschlossen worden, das die Mehrheit der Australier ans besonders schnelle Internet anschliessen soll. ZTE war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Technologie auf dem Stand der 90er-Jahre?

Deutsche Spezialisten für Internetsicherheit hatten Huawei kürzlich vorgeworfen, die Router des Unternehmens für den Internetzugang seien mit nur einfachen Hackerkenntnissen zu knacken – um sich so in Netzwerke einschleusen und Daten ausspähen zu können. Die Technologie der Huawei-Router sei auf dem Stand der 90er-Jahre. In Deutschland stammen unter anderem viele Surfsticks für das mobile Internet per Handynetz von Huawei. (rek/afp)

Erstellt: 08.10.2012, 11:00 Uhr

Infobox

Artikel zum Thema

Die neuen Smartphones aus China

Service Huawei, ZTE, Hisense: Die chinesischen IT-Unternehmen präsentierten an der IFA in Berlin neue Smartphone-Flaggschiffe. Wir haben sie uns angeschaut. Mehr...

Das gute Günstig-Smartphone aus China

Test Der chinesische Elektronikkonzern Huawei lanciert sein Flaggschiff Ascend P1 in der Schweiz. Wir konnten das Android-Smartphone in Zürich ausprobieren – es schneidet gut ab. Mehr...

China-Smartphones erreichen die Schweiz

Hersteller Huawei drängt mit seinen Tablets und Smartphones in Europa auf den Markt - mit Modellen im High-End-Bereich. Der grösste Stolperstein für die asiatischen Macher könnte ihre Vergangenheit sein. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Never Mind the Markets Die Inflation wird überschätzt

Mamablog Freiwillige Kinder vor!

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

In allen Farben: Die Saint Mary's Kathedrale in Sydney erstrahlt in ihrem Weihnachtskleid. (9. Dezember 2019)
(Bild: Steven Saphore) Mehr...