«Unser grösster Konkurrent ist Amazon»

Eric Schmidt, VR-Präsident von Google, warnt davor, dass auch grosse Unternehmen schnell übertrumpft werden können. Wichtig sei deshalb zu wissen, «dass irgendjemand irgendwo in einer Garage auf uns lauert».

«Der Wandel kommt von dort, wo man ihn am wenigsten erwartet»: Eric Schmidt während eines Auftritts in Spanien. (10. Oktober 2014)

«Der Wandel kommt von dort, wo man ihn am wenigsten erwartet»: Eric Schmidt während eines Auftritts in Spanien. (10. Oktober 2014) Bild: AFP

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Die grösste Herausforderung im internationalen Wettbewerb sieht der Suchmaschinen-Betreiber Google im Online-Händler Amazon. «Viele denken, unsere grössten Wettbewerber seien Yahoo oder Bing», sagte Eric Schmidt, Chef des Google-Verwaltungsrats, am Montag in Berlin. «Aber unser grösster Konkurrent im Suchmaschinenbereich ist tatsächlich Amazon.»

Wer etwas kaufen wolle, schaue meist bei Amazon nach. «Im Grunde antworten sie auf Anfragen und Suchen der Nutzer genauso, wie wir es tun», sagte der langjährige Google-Chef bei einer Veranstaltung des Berliner Start-ups Native Instruments.

Vor dem Hintergrund der Vorwürfe von Konkurrenten gegen Google, eine monopolartige Marktstellung auszunutzen, betonte Schmidt die Schnelligkeit, mit der neue Herausforderungen im digitalen Zeitalter entstehen können. Wichtig sei es zu wissen, «dass irgendjemand irgendwo in einer Garage auf uns lauert», sagte Schmidt. «Ich weiss das, weil es nicht lange her ist, dass wir in dieser Garage sassen.» Der Wandel komme von dort, wo man ihn am wenigsten erwarte.

«Grösse ist kein Garant für die Zukunft»

Die EU-Kommission hatte zuletzt ihre Forderungen nach weiteren Zugeständnissen des Internet-Konzerns in einem jahrelangen Wettbewerbsstreit mit Rivalen bekräftigt und erweitert.

«Die Geschichte hat gezeigt, dass Grösse und vergangene Erfolge kein Garant für die Zukunft sind», sagte Schmidt. Grosse Unternehmen könnten schnell übertrumpft werden. Das sehe man auch an Unternehmen wie Yahoo, Nokia, Microsoft und Blackberry, die noch vor wenigen Jahren konkurrenzlos erschienen.

Auch Google sei stets von einer ganzen Reihe grosser Herausforderer und Konkurrenten umgeben. Facebook etwa sehe sich selbst als «Sprungbrett zum Internet». Bei der lokalen Suche unterwegs auf mobilen Geräten seien auch Yelp, TripAdvisor, Dooyoo, Ciao oder HolidayCheck Konkurrenten von Google. (sda)

Erstellt: 13.10.2014, 20:17 Uhr

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