Warum Apple bald die wertvollste Firma der Welt sein könnte

Der iPhone- und iPad-Hersteller hat das bislang beste Quartalsergebnis präsentiert und ist derzeit 370 Milliarden Dollar wert. Apple wird eventuell noch dieses Jahr an Ölmulti Exxon vorbeiziehen.

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Vor einem Jahr war es soweit: Ende Mai 2010 überholte der einstige Junior-Konkurrent Apple den Giganten Microsoft bei der Marktkapitalisierung: 221 Milliarden Dollar war der iPhone-Produzent damals wert, mehr als der Windows-Konzern.

Ein Jahr später präsentiert sich die Dominanz noch eindrücklicher. Nach der gestrigen Vorstellung der Zahlen des dritten Firmenquartals (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete) kletterte der Apple-Aktienkurs erstmals über 400 Dollar.

Exxon noch 40 Milliarden Dollar schwerer

Aktuell kostet ein Apple-Papier 394 Dollar. Apple hat folglich seine Machtstellung in der IT-Welt weiter ausgebaut. Mit knapp 370 Milliarden Dollar ist der iPhone-Konzern das wertvollste Computerunternehmen der Welt - und nähert sich branchenübergreifend der Weltspitze.

Dort befindet sich noch Exxon, mit einem Börsenwert von 410 Millarden Dollar weltweit Nummer 1. Entwickelt sich Cupertino im gleichen Masse weiter wie in den letzten Monaten, wird Apple den Öl-Multi aber schon im Herbst überholt haben.

Neues iPhone - und auch ein iPad HD?

Für einen baldigen Podestplatzwechsel auf dem Siegertreppchen der Weltkonzerne sprechen mehrere Gründe. In ein paar Monaten kommt (mindestens) ein neues iPhone auf den Markt. Wenn nicht das iPhone 5, dann ein 4S, also eine geringfügige Weiterentwicklung – schnellerer Prozessor, bessere Kamera, kratzfester Bildschirm – der vierten Smartphone-Generation. Weniger wahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist die Lancierung eines neuen iPads (spekuliert wird über die Namen HD und 2 Plus). Dieses Tablet soll sich vor allem an professionelle Anwender richten.

Wie der Blog Boy Genius Report schreibt, startet Apple eine Preisoffensive im Multimediahandymarkt: Das iPhone 3G S soll in wenigen Wochen für umgerechnet 290 Franken erhältlich sein (ohne Anbindung an einen Provider).

Mit einem Fuss in China

Stimmt die Meldung des «Wall Street Journals», steht der grösste Coup von Apple noch bevor: Gemäss den der Zeitung zugetragenen Informationen steht Apple kurz vor dem Vertragsabschluss mit China Mobile, dem grössten Mobilfunkunternehmen der Welt. Apple hätte auf einen Schlag Zugang zu 600 Millionen Kunden.

Gute Aussichten für Aktionäre also – wären da nicht die andauernden Spekulationen um den Gesundheitszustand von Steve Jobs. Zu Jahresbeginn musste der Firmenchef wieder mal eine Auszeit nehmen, ohne zu erklären, wie gut oder schlecht es ihm wirklich geht. 2004 wurde er wegen einer Krebserkrankung an der Bauchspeicheldrüse operiert, fünf Jahre später musste er sich einer Lebertransplantation unterziehen.

Wie gut geht es Steve Jobs?

Das Wirtschaftsmagazin «Forbes» schreibt, dass die Geschäftsführung aktiv den Kontakt mit Headhuntern gesucht hat, um eine allfällige Jobs-Nachfolge zu erörtern. Analysten zeigten sich in der Vergangenheit besorgt über die Folgen eines allfälligen Wechsels an der Führungsspitze in Cupertino.

Erstellt: 20.07.2011, 11:49 Uhr

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