Was tun, wenn ich gehackt wurde?

Millionen Passwörter wurden in Deutschland gestohlen – auch 38'000 Schweizer Konten sind betroffen. Thomas Walther vom Fedpol erklärt, was in einem solchen Fall zu tun ist.

Millionen Personen betroffen: Ein Mann tippt auf der Tastatur seines Computers. (Symbolbild)

Millionen Personen betroffen: Ein Mann tippt auf der Tastatur seines Computers. (Symbolbild) Bild: Reuters

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Wie erfahre ich, dass mein E-Mail-Konto gehackt wurde?
Rund 38'000 der in Deutschland gehackten Mail-Adressen sind in der Schweiz registriert. Alle betroffenen Personen, deren E-Mail-Accounts die Endung .ch haben, wurden per E-Mail angeschrieben. Ist man sich nicht sicher, kann man beim deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seine Adresse eingeben und überprüfen, ob man betroffen ist.

Die Betroffenen werden also von Kobik per E-Mail informiert. Nehme ich als Nutzer eine solche Nachricht überhaupt ernst?
Hier besteht in der Tat eine Gefahr. Aus diesem Grund verweisen wir in dem von uns verschickten E-Mail auf das BSI, von dem Sie dann Feedback bekommen, ob Ihr Konto betroffen ist. Ausserdem können Sie alles Relevante auf unserem offiziellen Facebook- und Twitter-Account nachlesen – oder in den Medien.

Welche Provider sind betroffen?
Grundsätzlich die meisten grossen Provider. Im Moment sind wir dabei, alle anzuschreiben und zu informieren.

Was muss ich tun, wenn ich betroffen bin?
Ich rate dazu, zuerst den Antivirenschutz auf den aktuellen Stand zu bringen. Dann sollten alle Passwörter geändert werden, seien es E-Mail-Accounts oder Benutzerkonten von Onlineshops.

Was ist ein gutes Passwort?
Es sollte möglichst eine Kombination aus Zahlen, Gross- und Kleinbuchstaben und Sonderzeichen benutzt werden, die zwischen acht und zehn Zeichen lang ist. Ein sicheres Passwort schafft man sich etwa, indem man sich einen Merksatz ausdenkt und davon die Anfangsbuchstaben nimmt – das errät niemand, aber der Benutzer kann sich den Satz leicht merken. Für verschiedene Dienste sollte ausserdem auf keinen Fall das gleiche Passwort verwendet werden. Auf unserer Internetseite finden die Nutzer eine Übersicht über gute und sichere Passwörter.

Bin ich sicher, wenn ich alle Passwörter geändert habe?
Eine 100-prozentige Sicherheit hat man leider nie. Befolgt man jedoch alle oben genannten Schritte, ist man relativ sicher.

Wie gelangen die Täter an die E-Mail-Passwörter>?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Eine davon ist das sogenannte Phishing (d.h. der Versuch, über gefälschte E-Mails oder Internetseiten an die Daten eines Benutzers zu gelangen – Anm. d. Red.). Oder die Computer werden mit Schadprogrammen infiziert und befinden sich dann unter der Kontrolle von Fremden.

Was können die Täter mit den gestohlenen Passwörtern anfangen?
Im vorliegenden Fall wurden die Konten sehr wahrscheinlich für den Versand von Spammitteilungen benutzt. (ajk)

Erstellt: 08.04.2014, 16:14 Uhr

Thomas Walther ist Kommissariatsleiter bei der nationalen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik). (Bild: PD)

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