Wenn der Virenschutz zu wenig hilft

Immer neue Wellen von Schädlingen und Betrügern branden durch das Internet. Die Datensicherung wird genauso wichtig wie Antivirenprogramme.

Fiese Viren: Nur wer wertvolle Daten regelmässig auf ein externes Speichermedium kopiert, kann notfalls ohne grossen Verlust seinen verseuchten Computer neu aufsetzen.

Fiese Viren: Nur wer wertvolle Daten regelmässig auf ein externes Speichermedium kopiert, kann notfalls ohne grossen Verlust seinen verseuchten Computer neu aufsetzen.

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Das Internet und jeder Computer sind unsicher. Das merkt, wer sich allwöchentlich von der Liste des United States Computer Emergency Readiness Teams (US-CERT) erschrecken lässt. Die Sicherheitsexperten publizieren darin die neusten Löcher in Betriebssystemen, Programmen und Diensten.

Diese Softwarefehler werden meist bereits vom organisierten Verbrechen ausgenutzt, um auf Computern zu schnüffeln, über sie Spammails zu verschicken oder E-Banking-Transaktionen abzufangen. Liest man auch noch die Publikationen unabhängiger Stellen, erfährt man ferner, dass im Staatsauftrag programmierte Viren jahrelang unentdeckt Hunderttausende Computer in ferngesteuerte digitale Zombies verwandelt haben.

Antivirenprogramme schützen nicht immer

Fakt ist, dass auch die teuersten Antivirenprogramme und digitalen Schutzschilde nicht vor allem Unbill aus dem digitalen Untergrund schützen können. Die Sicherheitspakete schützen zuverlässig nur vor bereits bekannten Schädlingen. Diese Aufgabe erledigen aber kostenlose Produkte wie Microsoft Security Essentials oder AVG Antivirus Free ebenfalls recht gut. Eine Liste solcher Helfer gibt es hier.

Der derzeit fieseste Schädling konnte sich aber trotz Antivirensoftware verbreiten. Der sogenannte BKA/Suisa-Trojaner verschlüsselt auf befallenen Rechnern sofort möglichst viele Dokumente und Daten. Dann beschuldigt eine Bildschirmmeldung den Besitzer widerrechtlicher Handlungen wie Pornografie oder Urheberrechtsverletzung.

Er fordert den so Eingeschüchterten dann zur Bezahlung einer «Gebühr» auf. Diese soll über einen anonymisierten Dienst wie Ucash oder Paysafecard erfolgen. Nur dann, so die Internet-Erpresser, erhalte man das Passwort, mit dem die persönlichen Daten wieder lesbar gemacht werden können. Das Versprechen wird natürlich nicht eingehalten.

Telefonische Aufforderung

Dass eine Schädlingsinfektion sogar mit einem üblichen Telefonanruf starten kann, zeigt der jüngste Support-Call-Betrug. Ein Telefonanrufer gibt sich als Mitarbeiter einer Software- oder Telecom-Firma aus. Er behauptet, man hätte festgestellt, dass der PC verseucht sei und «das Internet störe».

Wer der telefonischen Aufforderung nachkommt, ein bestimmtes «Säuberungsprogramm» zu laden, endet meist bei einer ähnlichen Erpressungssituation wie beim BKA/Suisa-Trojaner.

Solche Trojaner zeigen, dass die Datensicherung noch wichtiger ist als der Virenschutz. Nur wer wertvolle Daten regelmässig auf ein externes Speichermedium kopiert, kann notfalls ohne grossen Verlust seinen verseuchten Computer mit Radikalkuren sterilisieren und neu aufsetzen.

Einfache Back-up-Lösungen

Um eine Datensicherung durchzuführen, kann man auf Rechnern mit Windows 7 nach Drücken der Windows-Taste einfach den Begriff «Sichern» eintippen und sich dann durch das Prozedere klicken. Alternativen sind kostenlose Programme wie Personal Backup, Advanced Backup Manager oder das englische Clonezilla.

Weil die meisten Virusinfektionen durch fehlerhafte Software wie Betriebssysteme, Browser oder Plug-ins ins System gelangen, sollte man seine Software regelmässig aktualisieren. Teils erledigen das Betriebssystem und Programme heute halb automatisch, der entsprechenden Bildschirmaufforderung sollte man zustimmen.

Für eine pauschale digitale Frischzellenkur sorgt der kostenlose englischsprachige Secunia Personal Software Inspector. Er sucht Softwareaktualisierungen für Tausende verschiedene Programme und installiert diese auf Wunsch vollautomatisch.

Letzte digitale Waffe gegen Ärger sind «gepanzerte Browser». Programme wie JonDoFox oder c't Bankix sorgen mit einem funktionsreduzierten Browserprogramm oder PC-Start ab CD/USB-Stick dafür, dass sich Schädlinge nicht einnisten können. Diese Lösungen empfehlen sich einerseits bei besonders kritischen Nutzungen wie Internetbanking oder besonders riskanten Internetausflügen in Gebiete erotischer Inhalte oder juristischer Grauzonen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.10.2012, 08:40 Uhr

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