Werden Browser überflüssig?

In den USA besorgt sich die Mehrheit der Smartphonenutzer Infos über Apps. Damit wird die Debatte, welche «Wired» («Das Web ist tot») 2010 entfacht hat, neu aufgerollt. Diskutieren Sie mit.

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Als im Spätsommer 2010 das Magazin «Wired» den Tod des World Wide Web, wie wir es kennen, prognostizierte, war ihm Häme gewiss.

Die These von Chefredaktor Chris Anderson, dass Websites (und damit Browser) an Bedeutung abnehmen und Apps immer wichtiger werden, entbehre jeglicher Grundlage, entgegnete etwa die «New York Times». Der renommierte IT-Blog «Techcrunch» schrieb damals, dass es nicht mehr lange dauern werde, bis die Nutzer vor der Unübersichtlichkeit der Kleinprogramme kapitulieren und die Einfachheit des Browsers wieder schätzen würden.

Das Fenster zum Internet

«So sehr wir das offene, uneingeschränkte Web lieben, wir vernachlässigen es für einfachere, geschmeidigere Dienste, die leicht funktionieren», entgegnete Anderson und verwies auf Apps, Peer-to-Peer-Dienste oder soziale Netzwerke, die sich zunehmend in Richtung Parallelweb mit eigenen Regeln und geschlossenem System entwickeln würden. Der Nutzer werde in den nächsten Jahren Abschied nehmen vom Webchaos und sich stattdessen auf strukturierte Apps stürzen, welche den Browser als Fenster zum Internet ablösen.

Zwei Jahre später dürfte Anderson eine gewisse Genugtuung verspüren: Einer Comscore-Analyse zufolge surft – zumindest auf mobilen Geräten – die Mehrheit (51,1 Prozent) nicht mehr via Internet Explorer, Safari, Firefox und Co., sondern mit Applikationen durch die Weiten des Internets.

Südkorea hat den US-Markt erobert

Die Analyse der amerikanischen Marktforscher dürfte auch Apple freuen. Sie weist für den iPhone-Konzern im Smartphone-Segment einen Marktanteil von 15 Prozent aus (Verkäufe März bis Mai) – das ist im Vergleich zum vorangegangenen Quartal ein Plus von 1,5 Prozent. Die Nummer eins in Übersee bleibt jedoch Samsung mit einem Marktanteil von knapp 26 Prozent.

Die Mehrheit der Amerikaner (50,9 Prozent) hat auf ihrem Multimediahandy das Google-Betriebssystem Android installiert, 32 Prozent das Apple-Pendant iOS. Trotz der Kooperation mit Nokia kommt Microsoft weiter nicht vom Fleck: Nur auf jedem 25. Smartphone ist die Software Windows Phone installiert.

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Erstellt: 03.07.2012, 12:50 Uhr

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