Wie gefährdet sind Apple-Computer?

Die Anzahl neuer Malware steigt kontinuierlich an. Das ist auch im ersten Halbjahr 2012 der Fall, wie ein neuer Report zeigt. Auch die Mac-Welt muss sich wappnen.

«Malware ist definitiv in der Mac-Welt angekommen»: Apple-Rechner.

«Malware ist definitiv in der Mac-Welt angekommen»: Apple-Rechner. Bild: Keystone

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In den ersten sechs Monaten des Jahres sind laut einer Tagesanzeiger.ch/Newsnet vorliegenden Untersuchung des deutschen Sicherheitsunternehmens Gdata rund 1,38 Millionen neue Computerschädlinge aufgetaucht.

Dass der Malware-Markt sich auf Windows konzentriert, ist keine Überraschung, schliesslich sind die Microsoft-Betriebssysteme immer noch weltweit dominant. «In den letzten Jahren wurden nur wenige Schädlinge für Mac OS X bekannt», hält Gdata denn auch fest.

Die Geschichte der Bedrohungen

Erst vor sechs Jahren sei mit Leap der erste Mac-OS-X-Wurm entdeckt worden. 2007 folgte das Schadprogramm DNSChanger, ein sogenannter Trojaner, der anders als bei Windows-Rechnern auf Macs kaum Schaden anrichtete. Weitere Schädlinge, welche im Bericht aufgelistet werden, sind MacSweeper, die Spyware Hovdy und IService – ein Programm, das sich als iWorks ausgab und den Computer in ein Botnetz integrierte.

Zu Beginn des Jahres 2010 trieb offenbar die Win-Web-Sec-Scareware ihr Unwesen, welche sich primär unter Windows sehr erfolgreich verbreitet hat. «Produkte namens MacDefender, MacSecurity und MacProtector haben eine sehr ähnliche Aufmachung. Sie wurden über manipulierte Google-Bildersuchen auf die Rechner geschleust. Häufige Einblendungen von Pornoseiten sollten die Mac-Nutzer davon überzeugen, dass der Rechner infiziert ist und eine Schutz-Software braucht. Nach Insiderberichten war Apples Hotline mit Anfragen überlastet», heisst es im Report.

Flashback – eine Lektion für Apple

Richtig übel für Mac-Nutzer wurde es im Frühling dieses Jahres: Der Trojaner Flashback gilt als der bisher grösste Angriff auf das Apple-Betriebssystem. Im April 2012 gestand der iPhone-Hersteller zum ersten Mal ein, dass eine ganze Reihe von Apple-Rechnern befallen wurde. Experten gingen damals von 600'000 befallenen Macs aus.

Flashback nutzte eine Sicherheitslücke in der Software Java aus, die mittlerweile beseitigt ist. «Apple war zum ersten Mal veranlasst, ein spezielles Tool zur Entfernung des Schädlings zu veröffentlichen. Malware ist damit definitiv in der Mac-Welt angekommen», blickt Gdata zurück.

Der Sicherheitsanbieter kommt zum Schluss, «dass in der Anzahl der ungepatchten Sicherheitslücken und der Möglichkeit, sie auch auszunutzen», Apple-Computer ihren Windows-Pendants «in nichts nachstehen». Apple scheint das realisiert zu haben: So wurden die Slogans «It doesn’t get PC viruses» und «Safeguard your data. By doing nothing» von der firmeneigenen Website entfernt.

Italien und Spanien bei Cyberkriminellen besonders beliebt

Laut einem zweiten publizierten Halbjahresbericht wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 33 Prozent aller Internetnutzer in Westeuropa und den USA beim Surfen angegriffen.

Gemäss der Kaspersky-Lab-Analyse «Geografie der Cyberverbrechen: Westeuropa und Nordamerika» sind User in Spanien und Italien besonders gefährdet: In diesen südeuropäischen Ländern wurden mehr als 40 Prozent aller Rechner online attackiert. Die Schweiz gehört zusammen mit Deutschland und Österreich zur mittleren Risikogruppe, bei der zwischen 21 und 40 Prozent der Computer im ersten Halbjahr angegriffen wurden. (rek)

Erstellt: 13.09.2012, 12:37 Uhr

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Gefahr für Mobilgeräte eher klein

Es kommen zwar immer mehr Schadprogramme für Mobilgeräte in Umlauf, im deutschsprachigen Raum ist die Gefahr nach Erkenntnissen der Sicherheitsfirma Lookout aber immer noch überschaubar. Denn weltweit betrachtet sei die Gefahr, mit Schadprogrammen in Kontakt zu kommen, regional sehr unterschiedlich, erklärte Lookout zur eigenen Studie «Mobile Sicherheit 2012: Eine Bestandsaufnahme». Demnach treffen Nutzer in Russland, der Ukraine und China deutlich öfter auf Schadsoftware als Menschen in westlichen Industriestaaten wie Deutschland oder auch in Japan.

Schadsoftware für Mobilgeräte sei inzwischen zu einem profitablen Geschäft geworden. Die Hintermänner einer Familie von Schadprogrammen, die FakeInst genannt wurde, hätten dabei nach Schätzungen von Lookout etwa zehn Millionen Dollar von Nutzern in Russland, Osteuropa und dem Nahen Osten gestohlen. Das am weitesten verbreitete Betrugssystem seien Premium-SMS. 78,5 Prozent der von Lookout im letzten Jahr erkannten Schadsoftware gehörte dieser Gattung an. (DAPD)

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