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«Wissen Sie, Windows 8 wird ein Erfolg»

Microsoft-Chef Steve Ballmer schwört seine Angestellten auf die Zukunft ein. Einen Misserfolg des Windows-7-Nachfolgers hält er für ausgeschlossen. Das hauseigene Tablet aber ist und bleibt ein Abenteuer.

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Die 90'000 Microsoft-Mitarbeiter in aller Welt dürfen sich freuen: Jeder Angestellte des weltgrössten Softwarekonzerns erhält drei neue Geräte: Ein Microsoft-Tablet, ein Windows Phone und einen Desktop-PC, berichtet «Forbes».

Wie der Blog der deutschen «Wirtschaftswoche» berichtet, schwört der Firmenchef seine Untergebenen damit auf eine neue Ära ein. In einem internen Mail habe Ballmer geschrieben: «Wir befinden uns am Vorabend einer unserer grössten Momente. Ich möchte, dass jeder von euch persönlich die neuen Geräte nutzt.» Bis es so weit ist, dauert es nicht mehr lange: Der Windows-7-Nachfolger erscheint am 26. Oktober, zeitgleich wohl das Microsoft-Tablet namens Surface (der Schweizer Verkaufsstart wurde nicht kommuniziert).

Tablet und PC verschmelzen

Der seit zwölf Jahren als Microsoft-Chef amtende Amerikaner mit Schweizer Wurzeln ist voll des Lobes über die Neuentwicklung der Software. Gegenüber der «Seattle Times» spricht Ballmer von einem «epischen Jahr» für sein Unternehmen. Er werde nicht dafür bezahlt, Zweifel zu haben, so seine Antwort auf die Frage, was denn passiere, wenn das neue Windows bei den Kunden nicht ankomme. «Wissen Sie, Windows 8 wird ein Erfolg», so Ballmer. Das neue OS werde dafür sorgen, dass man nicht mehr zwischen Tablet und PC unterscheiden könne.

«Denkt bitte zweimal darüber nach»

Erstmals machte der 56-Jährige – allerdings vage – Angaben zur Preisspanne für die iPad-Konkurrenz. Den Verkaufspreis liess er sich aber nicht entlocken, Ballmer spricht von «300, bis etwa 700, 800 Dollar».

Das Einsteigermodell aus dem Hause Microsoft würde damit günstiger als das derzeit billigste iPad. Die Preisstrategie dürfte bei Microsofts Hardwarepartnern, die ebenfalls auf Windows-8-Tablets setzen, weiter für Unruhe sorgen. Bereits im August sorgte Acer-Chef J.T. Wang für Aufsehen, als er Microsoft beschuldigte, das «weltweite Ökosystem» der PC-Industrie nachhaltig zu beschädigen: Der Tablet-Markt sei «nichts, in dem ihr (Microsoft, Red.) gut seid, also denkt bitte zweimal darüber nach».

Ballmer: iPad ist nicht zu teuer

Im Interview mit der «Seattle Times» sagt Ballmer, die Surface-Preisspanne sei nicht zu tief angesetzt, im Gegenteil. «Die meisten Kunden halten das iPad nicht für zu teuer. Wenn Tablets günstiger verkauft werden, dann bieten sie weniger (...). Wenn sie jemanden fragen, der ein 7-Zoll-Tablet, ein Kindle, nutzt, ob er damit seine Hausaufgaben macht, dann lautet die Antwort: nein, das würden sie nie machen. Dafür ist es einfach nicht gut genug.»

Wann genau das Gerät erhältlich sein wird, steht nicht fest. «Microsoft Schweiz hat keine Informationen zum Verkaufsstart», so Pressesprecherin Barbara Josef gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Die Auswahl wird immer grösser

Die Vorweihnachtszeit dürfte aber auf jeden Fall spannend werden: Nicht nur das 10,6 Zoll grosse Surface erscheint dieses Jahr, sondern wahrscheinlich auch das von 9,7 auf 7,85 Zoll geschrumpfte neue iPad, neue Tablets von Amazon sowie das Google-Tablet Nexus 7.

Microsoft wird also harte Konkurrenten vorfinden. Umso riskanter erscheint die Verkaufsstrategie des Unternehmens, wonach Surface nur online und in eigenen Geschäften verkauft wird. Immerhin gab der Technologiekonzern kürzlich bekannt, zusätzliche sogenannte Pop-up-Shops einzuweihen – Läden, die nur temporär (vor Weihnachten oder anlässlich des Verkaufsstarts eines bestimmten Produkts) offen haben.

Erstellt: 17.09.2012, 12:26 Uhr

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