Amnesty: Google und Facebook bedrohen Menschenrechte

Amnesty International sieht im Geschäftsmodell von Google und Facebook eine Gefahr für Menschenrechte und fordert die EU und die deutsche Regierung zum Handeln auf.

Das Geschäftsmodell der Konzerne basiere auf «allgegenwärtiger Überwachung»: Amnesty International übt Kritik an Google und Facebook.

Bild: Reuters/Brendan McDermid

Das Geschäftsmodell der Konzerne basiere auf «allgegenwärtiger Überwachung»: Amnesty International übt Kritik an Google und Facebook. Bild: Reuters/Brendan McDermid

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«Genauso wie Regierungen die Rechte der Bevölkerung auf Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu gewährleisten haben, sind sie auch hier gefragt, dem unkontrollierten Überwachungskapitalismus ein Ende zu setzen», erklärte der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Markus N. Beeko, zur Veröffentlichung eines Berichts der Organisation am Donnerstag.

Google und Facebook kontrollierten die wichtigsten Kanäle, über die Milliarden Menschen das Internet nutzten, argumentiert Amnesty International. Zu Facebook gehören auch die Chatdienste WhatsApp und Messenger sowie die Fotoplattform Instagram. Teil von Google ist auch die Videoplattform YouTube - und bei dem Internet-Konzern wird zudem das dominierende Smartphone-System Android entwickelt.

«Allgegenwärtige Überwachung»

Amnesty International sieht unter anderem ein Problem darin, dass Menschen für die Nutzung von Facebook- und Google-Diensten den Zugriff auf ihre Daten öffnen müssen. Das Geschäftsmodell der Konzerne basiere auf «allgegenwärtiger Überwachung», hiess es in dem Bericht der Organisation. «In einem ersten Schritt sollten die Gesetzgeber es Unternehmen untersagen, den Zugang zu ihren Diensten davon abhängig zu machen, ob die Nutzer der Sammlung und Nutzung ihrer persönlichen Informationen zu Werbezwecken «zustimmen», forderte Beeko.

Google und Facebook setzten die erhaltenen Nutzer-Daten ein, um mit Hilfe von Algorithmen «Ergebnisse im Interesse der Unternehmen zu erzielen», kritisierte Amnesty International. Das könne die Personalisierung von Werbung sein oder Verhaltensanreize, die Menschen bei den Diensten hielten. Diese Algorithmen könnten als Nebeneffekt die Meinungsfreiheit beeinträchtigen und zu Diskriminierung führen, warnte die Menschenrechtsorganisation. (sda)

Erstellt: 21.11.2019, 02:36 Uhr

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