Bingen statt googeln?

Wie gut schlägt sich Microsofts Suchmaschine Bing im Vergleich zu Google? Unser Fazit dürfte alle diejenigen freuen, die für Vielfalt im Internet sind.

Googles Suche: Ein kleiner Vorsprung bleibt.
Video: Matthias Schüssler

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Microsofts Suchmaschine hat während Jahren ein Mauerblümchendasein geführt – und Google gar nichts anhaben können. Doch in letzter Zeit macht Bing Boden gut. In den USA und dem Vereinigten Königreich wickelt Bing bereits jede fünfte Suche ab und in Deutschland ist der Marktanteil auf 12 Prozent geklettert. Grund für das Wachstum ist die enge Integration in Windows 10, wo die Assistentin Cortana auf Bing zurückgreift. Doch auch Siri beantwortet am iPhone Fragen mit Bings Hilfe, und auch Amazon Echo, die smarte Audiobox des Versandhändlers, führt Websuchen mit Microsofts Hilfe durch.

Schweizer sind Bing-Muffel

In der Schweiz hat Bing einen bescheidenen Marktanteil von 6,5 Prozent. Verpassen wir etwas, wenn wir einen Bogen um Bing machen? Im Video gehen wir der Frage nach, wie sich Bing im Vergleich mit Google schlägt und wo Microsoft sogar die Nase vorn hat.

Das Fazit, zusammengefasst: Die beiden Dienste sind sich verblüffend ähnlich: Schlüsselwörter zur Einschränkung der Suchresultate kann man in vielen Fällen bei beiden Suchmaschinen benutzen. Das Eingrenzen nach Quelle über site: (zum Beispiel: site:tagesanzeiger.ch) funktioniert in beiden Fällen. Das ist einerseits bedauerlich, weil diese gegenseitige Harmonisierung nicht sonderlich innovativ ist. Andererseits ist es so sehr viel einfacher, beide Suchmaschinen parallel zu benutzen.

Hier unterscheiden sie sich: Im Gegensatz zur spartanischen Google-Seite gibt es bei Bing grosse, täglich wechselnde Fotos.

Auch bei den Möglichkeiten der Bilder- und Videosuche ähneln sich die beiden Recherchehilfsmittel auf frappante Weise. Selbst das von Bing eingeführte Instrument, Videos und Bilder unter bing.com/images/favorites abzuspeichern, trifft man nun auch bei Google an – dort unter google.ch/save.

Ein paar nennenswerte Unterschiede gibt es

Dennoch haben wir es geschafft, einige Unterschiede herauszuarbeiten: Googles Suchindex ist nach wie vor deutlich grösser als der des Konkurrenten. Allerdings spielt das nur bei exotischen Themen und Begriffen eine Rolle, denn die grossen und wichtigen Quellen kennt Bing genauso. Bing ist bei den Einstellungen grosszügiger: Man wird nicht automatisch lokalisiert, sondern kann Ort und Region selber vorgeben. Die Bildersuche hat einige nützliche Filter mehr, die vor allem bei der Suche nach Portraits und frei verwendbarem Bildmaterial sehr hilfreich sind. Und die Möglichkeit in Bing, Videoclips ohne Öffnen in einer Vorschau zu betrachten, ist ein echtes Plus.

Darum: Bing ist heute eine echte Alternative zu Google und hat Beachtung verdient.

Bei der Bildersuche hat Bing mehr Einschränkungsmöglichkeiten.

Erstellt: 04.12.2016, 09:20 Uhr

Artikel zum Thema

So nutzen Sie Google sicher

Video Wie Sie den Datenkraken zähmen: die Suchmaschine gezielt verwenden und das Nutzerkonto richtig konfigurieren. Mehr...

Richtig googeln kann längst nicht jeder

Video Schneller zu Suchresultaten kommen und genau das Richtige finden. Unser Video zeigt, wie Sie gezielt auf Google, Wikipedia und anderen Webdiensten recherchieren. Mehr...

Im Internet steht viel Quatsch: Wie Sie nicht darauf reinfallen

Video Als Internetnutzer müssen Sie wissen, wie die Glaubwürdigkeit von Websites abgeschätzt werden kann. Im Video bieten wir Hilfestellung dazu. Mehr...

Tipps und Tricks in Videoform

Was sind Ihre Anliegen?

In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für Tagesanzeiger.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

So schinden Sie Eindruck mit Ihren Ferienfotos

Video Apps und Tricks, mit denen Sie statt eines langweiligen Fotoalbums eine packende Reiseerzählung erstellen. Mehr...

Kampfansage bringt Photoshop in Bedrängnis

Video Diese 3 günstigen Gestaltungs-Apps bringen die teuren Profi-Programme in Bedrängnis. Mehr...

Wie Sie die Mängel der iCloud beseitigen

Video So umgehen Sie zwei grosse Ärgernisse mit Apples Online-Speicher und nutzen die iCloud sogar unter Windows komfortabel. Mehr...