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Überraschende Aussage von Cambridge Analytica

Das Londoner Datenanalyseunternehmen gibt in einem Interview bekannt, welche Quellen es in Trumps Wahlkampf benutzt hat.

Wie wichtig war Social Media für den Sieg Donald Trumps?
Wie wichtig war Social Media für den Sieg Donald Trumps?
Gerald Herbert, Keystone

Cambridge Analytica hat überhaupt nicht auf Facebook als Datenquelle zurückgegriffen, schreibt Wired.de: Die Agentur, die Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur unterstützt hatte, nutzte gemäss diesem Bericht «die Wählerdatenbank der Republikaner, politische Daten sowie online und offline erwerbliche Daten», wie ein Sprecher zitiert wird. Aber eben nicht das soziale Netzwerk – das sei nur als Werbeanzeige genutzt worden. Kurz: «Facebook war nicht unsere Quelle».

Das ist eine verblüffende Kehrtwendung in der Debatte, die «Das Magazin» Anfang Dezember mit einem Artikel losgetreten hatte. Dieser stellte die These in den Raum, dass wir dank Facebook durchschaubar sind. Wenige Likes reichen für ein Persönlichkeitsprofil eines Facebook-Nutzers. Und dieses Profil wiederum ist Dreh- und Angelpunkt für äusserst effektvolles Politmarketing. Mit dem Mikrotargeting lassen sich politische Botschaften auf die Empfänger zuschneiden, was sie enorm effektiv macht.

«Unbewiesen und nicht plausibel»

Die Entgegnungen liessen nicht lange auf sich warten: Die Behauptungen im Artikel seien nicht bewiesen und nicht vollumfänglich plausibel, wurde kritisch hinterfragt. Man müsse diese Theorie «zweifach, dreifach, vierfach auseinandernehmen», schrieb der Kritiker des WDR.

Wired streicht die Worte des Cambridge-Analytica-Sprechers heraus, dass «gute Kandidaten mit guten Botschaften» Wahlen gewinnen würden, «nicht Datenwissenschaftler», und man den Sieg nicht für sich beanspruche. Dieses Zurückrudern lässt sich auch so interpretieren, dass Dienstleister wie die Datenmineure aus London ihre Arbeit effektiver verrichten können, wenn sie nicht allzu hohe mediale Wellen wirft.

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