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«Das elitärere Facebook»

Das 21. Jahrhundert ist das Zeitalter des Datenstriptease: Gerald Reischl über den Kampf um die Vorherrschaft der sozialen Netzwerke, Kinderbilder im Netz und die Vorteile von Google+.

Reto Knobel
Der Chef des weltgrössten Online-Netzwerks: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. «Facebook», sagt Internet-Experte Gerald Reischl, «hat es geschafft hat, dass die Nutzer freiwillig (zu) viel von sich preisgeben. Ich nenne dies das Datenstriptease-Phänomen. User liefern freizügig Informationen und pfeifen vordergründig auf ihre Privatsphäre. Sie stellen das Recht der Freiheit, alles über sich verraten zu dürfen, vor den Schutz ihrer Daten.
Der Chef des weltgrössten Online-Netzwerks: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. «Facebook», sagt Internet-Experte Gerald Reischl, «hat es geschafft hat, dass die Nutzer freiwillig (zu) viel von sich preisgeben. Ich nenne dies das Datenstriptease-Phänomen. User liefern freizügig Informationen und pfeifen vordergründig auf ihre Privatsphäre. Sie stellen das Recht der Freiheit, alles über sich verraten zu dürfen, vor den Schutz ihrer Daten.
AFP
Google, so Reischl, hat seit dem Siegeszug der Android-Smartphones ein weiteres Ass im Ärmel.
Google, so Reischl, hat seit dem Siegeszug der Android-Smartphones ein weiteres Ass im Ärmel.
AFP
Facebook hat über 700 Millionen Nutzer. Trotzdem hat Google+ (Bild) laut Reischl eine Chance. «Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Google+ so was wie ein elitäreres Facebook wird.»
Facebook hat über 700 Millionen Nutzer. Trotzdem hat Google+ (Bild) laut Reischl eine Chance. «Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Google+ so was wie ein elitäreres Facebook wird.»
plus.google.com
Kern von Google+ sind sogenannte Circles, in denen Nutzer ihre Onlinefreunde sortieren können. Dazu genügt es, die Freunde mit einem Mausklick in einen oder mehrere Kreise zu ziehen. Darin sehen viele Beobachter den grossen Vorteil von Google+: Die Nutzer können so genau festlegen, welche Informationen für welche ihrer Freunde zugänglich sind. Beim Konkurrenten Facebook ist es sehr viel komplizierter, etwa Statusmeldungen oder Fotos für einzelne Onlinefreunde wie entfernte Bekannte oder Vorgesetzte unsichtbar zu machen.
Kern von Google+ sind sogenannte Circles, in denen Nutzer ihre Onlinefreunde sortieren können. Dazu genügt es, die Freunde mit einem Mausklick in einen oder mehrere Kreise zu ziehen. Darin sehen viele Beobachter den grossen Vorteil von Google+: Die Nutzer können so genau festlegen, welche Informationen für welche ihrer Freunde zugänglich sind. Beim Konkurrenten Facebook ist es sehr viel komplizierter, etwa Statusmeldungen oder Fotos für einzelne Onlinefreunde wie entfernte Bekannte oder Vorgesetzte unsichtbar zu machen.
plus.google.com
Google+ ist besser durchdacht als der Vorgänger Google Buzz: «Man hat die Erfolgskonzepte Facebook und Twitter (Bild) kopiert und um einige Funktionen erweitert», sagt Reischl.
Google+ ist besser durchdacht als der Vorgänger Google Buzz: «Man hat die Erfolgskonzepte Facebook und Twitter (Bild) kopiert und um einige Funktionen erweitert», sagt Reischl.
AFP
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Gerald Reischl, Sie haben 2008 das Buch «Die Google-Falle» geschrieben. Hat sich der Konzern Ihre Kritik zu Herzen genommen? Ja. Der Konzern versucht, die Privatsphäre der Nutzer besser zu achten. Allerdings passieren immer wieder Fehler. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Google die Standorte von PCs und Handys speichert. Googles Kapital ist die riesige Datensammlung der Internet-Nutzer. Jeder Bürger kann sich vorstellen, dass dieses Wissen – wer sind die Nutzer, was interessiert sie, was kaufen sie – viel Geld wert ist.

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