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Das letzte Google-Geheimnis

Der IT-Konzern ist als Arbeitgeber bekannt für die vielen Vergünstigungen, darunter das kostenlose Essen. Aber es gibt etwas, das selbst viele Beschäftigte nicht kennen.

«Es gibt hier so ein Gefühl bei Google, dass alles Gute in einer Garage beginnt»: Dieser Schweisser ist eigentlich Software-Ingenieur.
«Es gibt hier so ein Gefühl bei Google, dass alles Gute in einer Garage beginnt»: Dieser Schweisser ist eigentlich Software-Ingenieur.
Keystone

Google ist als Arbeitgeber bekannt für die vielen freiwilligen Leistungen, die das Unternehmen seinen Angestellten bietet. Schon legendär ist das exquisite kostenlose Essen. Aber es gibt etwas, das selbst viele Beschäftigte nicht kennen: Eine Ansammlung von Hightech-Werkstätten. In diesem Paradies für Tüftler und Bastler können Beschäftigte ihrer Arbeit vor dem Bildschirm entfliehen und mit sündhaft teuren Geräten nach Herzenslust schweissen, bohren oder sägen.

Die Google-Werkstätten sind die Idee von Larry Page, der Google zusammen mit Sergey Brin in einer gemieteten Garage gründete. Page genehmigte 2007 die Eröffnung der Werkstätten, um wieder an die Wurzeln des Unternehmens anzuknüpfen. Hier werden zwar auch Dinge entwickelt, die geschäftlich interessant sein könnten, aber es wird auch nur zum Spass gebastelt: An festlichen Dekorationen für das Büro, aber auch an grossen Träumen, wie einem pedalgetriebenen Flugzeug mit 30 Metern Spannweite.

Eine Art Spielwiese

«Es gibt hier so ein Gefühl bei Google, dass alles Gute in einer Garage beginnt,» sagt Greg Butterfield, der die Workshops leitet. «Larry wollte hier die gleiche Umgebung schaffen, die er und Sergey hatten, als sie Google starteten - eine Art Spielwiese oder Sandkasten, um Ideen nachzugehen.»

Zu diesen Zufluchtsorten, die zunächst unter dem Namen «Pi»-Shop liefen, haben nur einige wenige von den 26'300 Google-Beschäftigten Zugang. Wer hinein will, muss unter anderem einen Test ablegen, in dem eine der Fragen lautet: «Wenn sie eine Bandsäge benutzen, welche Geschwindigkeit benutzen sie, um Aluminium zu zersägen?» Bislang haben rund 300 Beschäftigte diesen Test bestanden und dürfen dort arbeiten.

Zwischen Gehrungssägen und Lego-Steinen

Es gibt vier getrennte Arbeitsbereiche - für Metall, Holz, Schweissarbeiten und Elektronik, die in einer abgelegenen Ecke des 400'000 Quadratmeter grossen Google-Geländes in Mountain View in Kalifornien liegen. Neben Oszilloskopen, Plasmaschneidegeräten und Gehrungssägen findet man dort auch Dinge, die eher in ein Kinderspielzimmer gehören. So kommen in einem der Vorhaben, die derzeit umgesetzt werden, Lego-Steine zum Einsatz.

Eines der Projekte, die in diesen Arbeitsräumen entstanden sind, sind riesige Dreiräder, die bis zu 120 Kilogramm an Hightech-Fotoausrüstung tragen können. Sie werden eingesetzt, um Bilder für den Kartendienst Google Streetview in Gebieten aufzunehmen, in die Autos nicht kommen.

Zum Feierabend ein Bier

In den Werkstätten haben Techniker auch an den ersten Prototypen der Smartphones gearbeitet, die mit dem Google-Betriebssystem Android laufen, oder Teile entwickelt, die in den fahrerlosen Autos zum Einsatz kommen, die Google testet. Über weitere Produkte, die noch in der Entwicklung sind, wollte Google nicht sprechen.

Der Test für den Zugang zu den Werkstätten ist so streng, dass bei Software-Ingenieur Ihab Awad nicht einmal ein College-Abschluss in Maschinenbau reichte. Er belegte extra noch mal einen Kurs in Holzbearbeitung, um die Freigabe zubekommen. Danach konnte er dann eine Bar in der Form einer Rakete bauen, um sich nach Feierabend ein Bier zu zapfen. «Die Werkstätten sind für mich die beste Zusatzleistung bei Google», sagt Awad. «Sie sind der Hauptgrund, warum ich ein Leben lang bei Google bleiben will.»

dapd/rek

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