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Den eigenen PC und alle Daten immer in Reichweite

Wichtige Daten und Dokumente sind per Internet jederzeit zugänglich, ohne dass man der Cloud vertrauen müsste. Der Trick heisst Fernzugriff.

Ein Trick aus der Bastelecke – der sich aber durchaus bewährt.

Zugegeben – das ist ein hemdsärmeliger Trick. Manche würden ihn sogar als «dirty hack» bezeichnen. Doch er funktioniert, und er bietet eine pragmatische Lösung für alle Computernutzer, die von überall her auf ihre Daten zugreifen möchten, aber keine Lust darauf haben, ständig ihren Laptop mit sich herumzutragen, zu Hause einen Server zu betreiben oder alle Daten in der Cloud zu deponieren.

Die Lösung dafür ist, sich bei Bedarf via Internet mit dem heimischen Computer zu verbinden. Auf diese Weise hat man an fremden PCs, am Tablet oder sogar am Smartphone nicht nur auf alle Dokumente Zugriff. Man kann auch seine Anwendungen starten, an Dokumenten arbeiten und einzelne Dateien per Mail oder über einen Cloudspeicherdienst weitergeben.

Via Teamviewer zu den Daten

Für diese Vorgehensweise hat sich die Teamviewer-Softwareseit Jahren bewährt. Privatanwender dürfen sie sogar kostenlos benutzen. Es gibt allerdings einen Haken: Damit man sich mit seinem Computer verbinden kann, muss dieser natürlich in Betrieb sein. Doch ihn deswegen ständig laufen zu lassen, ist nicht sinnvoll: Es treibt den Stromverbrauch in die Höhe und verringert unter Umständen auch die Lebenszeit der Hardware.

Ein Klick in der App, und schon startet der Computer.
Ein Klick in der App, und schon startet der Computer.

Doch es gibt mehrere Möglichkeiten, Computer via Internet aufzustarten. Die erste heisst Wake on Lan. Das ist ein Standard, um einem Computer übers Netzwerk den Startbefehl zu geben. Das ist, wie hier beschrieben, sogar übers Internet möglich. Passende Apps gibt es fürs Smartphone und Teamviewer unterstützt Wake on Lan von Haus aus (siehe Handbuch). Allerdings ist die Konfiguration reichlich anspruchsvoll. Um es hinzukriegen, seinen Computer sogar via WLAN zu wecken, braucht es einiges an Geduld.

Per App einschalten

Die zweite Möglichkeit ist einfacher, allerdings auch nicht ganz trivial. Sie funktioniert über einen smarten Stromadapter, der per App geschaltet wird. Infrage kommt der hier vorgestellte Wifi Switch von Mystrom, der für um die 30 Franken erhältlich ist. Er schaltet den PC via Smartphone-App ein.

Der Wifi-Switch schaltet Geräte per Internet.
Der Wifi-Switch schaltet Geräte per Internet.

Wie das genau funktioniert, ist im Video ausführlich erklärt: Erstens müssen Sie bei Teamviewer den unbeaufsichtigten Zugriff einrichten. Er bewirkt, dass der Zugriff von aussen möglich ist, ohne dass man ihn beim Zielcomputer akzeptieren müsste.

Zweitens müssen Sie sich angewöhnen, den Computer nicht herunterzufahren, wenn Sie ihn via App aufwecken wollen, sondern in den Ruhezustand zu versetzen. Klicken Sie im Startmenü auf den «Ein/Aus»-Knopf und wählen Sie «Energie sparen». Sobald der Computer eingeschlafen und die Lüfter angehalten sind, können Sie via App den Mystrom-Switch abschalten.

Wenn Sie den Computer via Teamviewer in den Energiesparmodus versetzen, kommt Ihnen die Anzeige des Stromverbrauchs in der Mystrom-App zupass. Sie zeigt ihnen an, wenn der Computer im Energiesparmodus angekommen ist und Sie den Strom abschalten können.

Der «dirty trick»

Drittens – und das ist der eigentlich knifflige Part – muss der Computer so konfiguriert werden, dass er sich einschaltet, wenn Strom aufs Netzteil kommt. Dafür gibt es bei den PCs eine Option, die «Nach Stromausfall wiederherstellen» heisst (Englisch heisst sie in etwa «Restore on AC / Power Loss»). Sie ist im BIOS bzw. Uefi des Computers einzuschalten. Das ist die Software, die beim Einschalten noch vor dem Betriebssystem geladen wird und die Hardware steuert. Sie steckt dort in den erweiterten Energieeinstellungen («Advanced Power Management» oder APM) und ist unter Umständen nicht ganz leicht zu finden – aber das Video erklärt, wo Sie suchen sollten.

Wie eingangs erwähnt: Wenn man nicht die Wake-on-Lan-Funktion verwenden möchte, braucht es den nicht ganz sauberen Trick mit dem zweckentfremdeten Stromsparmodus. Der Autor dieses Beitrags setzt ihn seit längerem problemlos ein. Aber wenn er bei Ihnen nicht funktionieren sollte, der Computer also beispielsweise nicht richtig aus dem Energiesparmodus aufwacht, dann probieren Sie es mit Wake on Lan. Und wenn Sie einen Laptop verwenden, geht es unter Umständen noch viel einfacher: Ein Macbook, das eingeschlafen, aber nicht zugeklappt ist, wird von Teamviewer beim Fernzugriff automatisch reaktiviert.

Ziemlich sicher

Stellt sich die Frage: Wie sicher ist diese Lösung? Teamviewer verwendet Verschlüsselung. Computer müssen via E-Mail autorisiert werden, bevor sie für eine Verbindung verwendet werden können – und generell hat die Software einen guten Ruf, was die Sicherheit angeht. Da der Computer nicht dauerhaft läuft, ist die Angriffsfläche ziemlich klein.

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