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Der Witz der Maschine

Forscher haben künstliche Intelligenz dazu gebracht, Internet-Memes zu konstruieren.

Zwei Doktoranden der Stanford-Universität entwickelten quasi eine Formel für Witzigkeit. Bild: Keystone
Zwei Doktoranden der Stanford-Universität entwickelten quasi eine Formel für Witzigkeit. Bild: Keystone

Vor kurzem hat sich die Menschheit mal wieder ein Stückchen selbst abgeschafft. Auf diesen Gedanken könnte man jedenfalls kommen nach der Lektüre einer kleinen Studie mit dem Titel «Dank Learning: Generating Memes Using Deep Neural Networks». Es geht darum, dass eine künstliche Intelligenz (KI) automatisch Memes generieren soll. Meme sind Bild-, Ton-, Text- oder Videodateien, die sich viral im Internet verbreiten, teils sind die Hypes bald wieder vorbei, teils halten sie sich erstaunlich lange.

Dank Learning passierte nicht in den Geheimlabors und Project-X-Arealen der grossen Techkonzerne. Es war ein Nebenbeiprojekt zweier Stanford-Doktoranden. Ein neuronales Netzwerk analysierte ein paar Hunderttausend Bildchen mit den dazugehörigen Untertiteln. Die Aufgabe der KI war es dann, unbeschriftete Bilder mit kurzen Sätzen zu versehen, wie sie sie als humorvoll kennen gelernt hat. In einer, zugegebenermassen sehr dünn besetzten, Befragung taten sich die Teilnehmer anschliessend damit schwer, die computergenerierten von menschengemachten Witzbildern zu unterscheiden.

Witzigkeit als Formel

Die Menschheit bildet sich enorm viel auf ihren Humor ein. Was sagt es über uns aus, wenn sich nun herausstellt, dass unsere Witzigkeit so formelhaft ist, dass sie, nun ja, in eine Formel gepresst werden kann? Memes sind vor allem deshalb so erfolgreich, weil sie Metareferenzen liefern, sich selbst zitieren, kulturell relevant und einer starken Dynamik unterworfen sind.

Memes entstehen nun also auf Knopfdruck. Das ist umso bedenkenswerter, weil ja eh schon ein Grossteil der Menschen wohl deshalb auf Twitter und Facebook rumhängt, um Echtzeitmeldungen über die Schlechtigkeit der Welt dazu zu nutzen, in Rekordzeit einen Witz darüber zu reissen, in der Hoffnung, dass er viral geht. Und auch die Social-Media-Abteilungen zahlreicher Unternehmen warten ja darauf, einen prominenten Hashtag mit ihren eigenen, zweifelhaft lustigen Botschaften zu kapern. All das könnte in Zukunft nun auch schon automatisiert ablaufen. In diesem Fall ist die Selbstabschaffung des Menschen vielleicht doch gar nicht so schlimm.

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