Die Swisscom legt sich mit Google und Microsoft an

My Cloud ist eine direkte Kampfansage an die Cloud-Angebote von Google, Microsoft und Co. Wie weit kann der Schweizer Telecomkonzern mit «Swissness» punkten?

Bringen die Server in der Schweiz mehr Sicherheit und einen besseren Schutz der Privatsphäre?
Video: Matthias Schüssler

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Seit kurzem bietet die Swisscom einen Cloud-Dienst, der als direkte Kampfansage an Google, Microsoft und andere Cloud-Anbieter zu verstehen ist: My Cloud funktioniert ganz ähnlich wie Google Drive, Onedrive oder auch Dropbox: Über einen speziellen Ordner lassen sich automatisch Dateien vom Computer in den Wolkenspeicher verfrachten. Der neue Dienst sichert auch Fotos vom Smartphone und Tablet im Netz, ohne dass der Anwender das selbst veranlassen müsste. Und es gibt eine Funktion zum Teilen einzelner Dokumente oder Ordner mit Freunden oder Bekannten.

Das Video führt vor, wie gut das funktioniert – denn natürlich muss sich die Swisscom auch an der Konkurrenz messen lassen. Das erste Fazit lautet: My Cloud (mycloud.ch) ist durchaus konkurrenzfähig. Der Abgleich erfolgt zuverlässig und vergleichsweise schnell. Im direkten Vergleich ist Microsoft Onedrive zum Beispiel eher lahm.

Wo die Rivalen einen Vorsprung haben

In anderen Belangen haben die Rivalen durchaus einen Vorsprung: Dropbox zum Beispiel verfügt über eine automatische Versionierung. Mit der ist es möglich, auf frühere Versionen eines Dokuments zuzugreifen und gelöschte Elemente während einer gewissen Zeit zurückzuholen. Immerhin – Letzteres ist auch bei My Cloud möglich, wenngleich nicht ganz so elegant: Es gibt beim Swisscom-Dienst einen Papierkorb, in dem gelöschte Fotos und Dateien aufzufinden sind.

Fotos werden automatisch vom Handy hochgeladen und lassen sich dann via Swisscom TV am Fernseher betrachten.

Eine Funktion von Microsoft Onedrive, die es phasenweise schon gab und die im nächsten Windows-Update wieder zur Verfügung stehen wird, sind die Platzhalter. Mit ihr sind alle Dateien im Explorer ersichtlich, aber ohne dass sie auf dem Gerät vorhanden sind und Speicherplatz belegen. Erst wenn man sie effektiv benötigt, werden sie zur Verwendung heruntergeladen. Das schont auf Geräten mit geringer Kapazität die Reserven und ist das grösste Plus dieses Dienstes.

Der Swissness-Faktor

Die Swisscom wirbt damit, dass die Daten in Schweizer Rechenzentren gespeichert sind. Ob das wirklich ein Vorteil ist, wird im Video kritisch beleuchtet – es rückt die Wolke zwar etwas näher an den eigenen Computer heran, doch das Auslagern von Dokumenten, Fotos und Videos bleibt weiterhin eine Vertrauensfrage.

Ein bestechendes Argument: Für Swisscom-Kunden ist der Speicherplatz unlimitiert.

Bei My Cloud erhalten alle Nutzer kostenlos 15 GB Speicherplatz. Swisscom-Kunden, die ein Infinity-Abo, Vivo oder inOne nutzen, erhalten unbegrenzten Speicherplatz. Ausserdem ist der Cloud-Dienst mit Swisscom TV verbandelt, sodass sich Fotos aus der Cloud direkt am Fernseher anzeigen lassen.

Fazit: My Cloud ist kein Google- oder Dropbox-Killer, aber für viele Nutzer ohne Zweifel eine gute Alternative. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.07.2017, 08:06 Uhr

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Was sind Ihre Anliegen?

In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für Tagesanzeiger.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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