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Disney erklärt Netflix den Streamingkrieg

Mit dem Einstieg von Disney ins Streaming-Geschäft wird Netflix sämtliche «Star Wars»-, Marvel- und Pixar-Filme aus dem Sortiment nehmen müssen.

Matthias Schüssler
Netflix-Chef Reed Hastings muss bald ohne die Superhelden aus dem Marvel-Universum auskommen.
Netflix-Chef Reed Hastings muss bald ohne die Superhelden aus dem Marvel-Universum auskommen.
Steve Marcus, Reuters

Netflix hat kürzlich den zwanzigsten Geburtstag gefeiert. Ende August 1997 wurde das Unternehmen als Videothek gegründet, das DVDs per Post verschickt. Das Streaming, mit dem das Fernsehen revolutioniert werden sollte, begann 2007 – kurz bevor das Unternehmen die einmilliardste DVD verschickte.

Heute haben sich dank Netflix 104 Millionen Nutzer weltweit ans «Video on Demand» zur pauschalen Monatsgebühr gewöhnt, mit strammen Zuwachsraten jedes Jahr. Die Netflix-Abonnenten konsumieren ungefähr eine Milliarde Stunden pro Woche. Das ist immerhin ein Siebtel von Youtubes «Einschaltquote». Und obwohl Youtube nur wenige zahlende Zuschauer hat, weckt diese Zahl bei Netflix-Chef Reed Hastings gewisse Neidgefühle. So bekundete er es gegenüber Analysten.

Netflix investiert dieses Jahr 6 Milliarden in die Eigenproduktionen. Nächstes Jahr sollen es sogar 7 sein. Derweil sieht auch die Konkurrenz ihr Erfolgsrezept in exklusiven Inhalten. Amazon verdoppelt 2017 das Budget für Eigenproduktionen bei Prime Video. Es beträgt 4,5 Milliarden, wie «Business Insider» herausgefunden hat. Prime ist in 200 Ländern verfügbar, auch in der Schweiz (für 5.99 Euro pro Monat), allerdings mit wenigen deutschsprachigen Inhalten.

2019 steigt Disney ein

Disney will 2019 ins Streaming-Geschäft einsteigen. Ab dann werden viele Produktionen des Medienkonzerns nur noch über die eigene Plattform zu sehen sein. Das gilt für die «Star Wars»-, Marvel- und Pixar-Filme, die bisher auch dem Netflix-Publikum zur Verfügung stehen. Diese Ankündigung war für CNN und für andere Medien der Auftakt zu den «Streaming Wars»: Der Beginn der «Streaming-Kriege».

Netflix reagierte mit der Abwerbung von Shonda Rhimes. Sie gilt als Erfolgsproduzentin, die für den Sender ABC – und damit für Disney – Blockbuster wie «Grey’s Anatomy» entwickelt hatte.

«The Walking Dead» handelt von Überlebenden nach einer Zombie-Apokalypse.
«The Walking Dead» handelt von Überlebenden nach einer Zombie-Apokalypse.
Gene Page, Keystone
Die Komödie «Orange Is the New Black» spielt in einem Frauengefängnis.
Die Komödie «Orange Is the New Black» spielt in einem Frauengefängnis.
Paul Schiraldi, Keystone
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Beteiligte am Streaming-Krieg sind auch das Videoportal Hulu, das Inhalte der Fernsehsender NBC, Fox und ABC anbietet, sowie HBO. Der Kabelsender zeichnet für viele preisgekrönte Serien verantwortlich: «Die Sopranos», «The Wire», «True Blood» und jüngst George R. R. Martins Fantasy-Epos «Game of Thrones».

Apple: Grosse Ambitionen, aber wenig Meriten

Auch Apple entwickelt Ambitionen. Der Computerkonzern will 2018 für eine Milliarde eigene Videoinhalte produzieren – und das, obwohl er noch nicht einmal eine dezidierte Videoplattform hat. Bislang verbreitet er seine Shows über den Musikstreamingdienst Apple Music. Apple lancierte als erstes «Planet of the Apps», eine Reality-Show, bei der Softwareentwickler ihre App-Idee einer Jury schmackhaft machen müssen. «Gleichzeitig überzogen und total langweilig», urteilte «The Guardian». Bei Apples zweiter Show, «Carpool Karaoke», singen Promis während einer Autofahrt um die Wette. Auch sie kam schlecht weg: «Es sollten Spontaneität und Intimität herrschen, doch stattdessen fühlt sich die Sendung nach Entfremdung an», schrieb «Variety».

CNNs Prognose zum Ausgang des Streaming-Kriegs lautet, Disney werde Netflix nicht kleinkriegen: «Es wird einfach so sein, dass Serienfans mehrere dieser Dienste – oder alle – werden abonnieren müssen.»

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