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Facebook leitete private Daten an Werbekunden weiter

Neuer Datenschutz-Ärger: Facebook hat seinen Werbekunden den Zugang zu Nutzerdaten ermöglicht. Die Enthüllung kommt für das Unternehmen zur Unzeit.

Steht erneut in der Kritik: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.
Steht erneut in der Kritik: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.
Keystone

Das Online-Netzwerk Facebook ermöglichte Werbekunden laut einem Zeitungsbericht teilweise die Identifizierung von Nutzern. Dies stehe im Widerspruch zu Facebooks Datenschutz-Bestimmungen, berichtete das «Wall Street Journal» am Freitag.

Darin heisst es, dass die Werber ohne Zustimmung der Nutzer nur nicht- identifizierende Informationen erhalten. Auch andere Anbieter wie Myspace oder Hi5 hätten Daten weitergeleitet, hiess es weiter. Facebook hat die Praxis mittlerweile beendet.

Es geht laut Bericht um die Fälle, in denen Facebook-Nutzer Anzeigen auf ihren Profil-Seiten anklickten. Dabei seien den Werbekunden unter bestimmten Umständen auch Daten übermittelt worden, aus denen sie den Nutzer identifizieren konnten.

Problem sei behoben

In der Internet-Branche ist es üblich, Zusatzinformationen bei Werbeklicks nur anonymisiert zu übermitteln. Ein Facebook-Sprecher bestätigte den Bericht. Diese Lücke sei aber inzwischen geschlossen worden.

Die Enthüllung kommt für Facebook zur Unzeit: Das Unternehmen steht gerade in der Kritik, weil es aus Sicht von Datenschützern die Nutzer zu freizügigem Umgang mit persönlichen Informationen dränge und zugleich nicht transparent genug beim Datenschutz sei.

Google und Yahoo als Empfänger

Pikant an dem Bericht ist auch, dass Myspace ebenso wie das «Wall Street Journal» zum Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch gehören. MySpace, lange das weltgrösste Online-Netzwerk, ist zuletzt deutlich von Facebook abgehängt worden.

Empfänger der Daten waren unter anderem der zu Google gehörige Werbevermarkter DoubleClick und Yahoos Tochterfirma Right Media. Beide Unternehmen erklärten laut «Wall Street Journal», sie seien sich der Übertragung nicht bewusst gewesen und hätten die Daten nicht genutzt.

SDA/jak

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