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Frisches Geld für die Internet-Industrie

Zwei Monate nach dem Debakel beim Börsengang von Facebook ist es zwei amerikanischen Internetfirmen gelungen, das Misstrauen der Investoren zu brechen.

Anleger sind zwei Monate nach dem Facebook-Debakel wieder bereit, Geld in die Internet-Industrie zu stecken: Wegweiser in Kalifornien.
Anleger sind zwei Monate nach dem Facebook-Debakel wieder bereit, Geld in die Internet-Industrie zu stecken: Wegweiser in Kalifornien.
Keystone

Bei ihrem Debut an der Börse verbuchten die Aktien der Reisewebsite Kayak und jene der IT- Sicherheitsfirma Palo Alto Networks kräftige Kursgewinne. Beide Börsengänge waren allerdings ungleich kleiner als Facebooks Mega-Platzierung. Mit gut einem Viertel fiel auch das Kursplus bescheidener aus als früher bei Internetfirmen üblich. Dennoch zeigen die beiden erfolgreichen Börsenstarts, dass die Anleger zwei Monate nach dem Facebook-Debakel wieder bereit sind, Geld in die Internet-Industrie zu stecken.

Besonders Kayak kann sich freuen: Das Unternehmen wollte eigentlich kurz nach Facebook an die Börse gehen und musste die Aktienplatzierung angesichts der schlechten Stimmung verschieben. Am Freitag sprang der Kurs der Kayak-Aktie nun um 27,5 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hatte 3,5 Millionen Aktien zu einem Ausgabepreis von 26 Dollar auf den Markt gebracht.

Nasdaq erhöht Entschädigung

Die Papiere von Palo Alto Networks gewannen 26,5 Prozent an Wert. Der Spezialist für Netzwerk-Sicherheit platzierte 6,2 Millionen Aktien zu je 42 Dollar.

Zum Vergleich: Beim Facebook-Börsengang Mitte Mai hatten rund 421 Millionen Aktien den Besitzer gewechselt und die Alteigentümer nahmen 16 Milliarden Dollar ein. Allerdings haben das weltgrösste Online-Netzwerk und die Banken das Angebot offensichtlich deutlich über die Nachfrage hinaus aufgeblasen. Die Aktie, die Mitte Mai für 38 Dollar ausgegeben wurde, hatte am Freitag noch einen Wert von 28,76 Dollar.

Inzwischen hat die Nasdaq die Entschädigung, welche sie von den Pannen beim Facebook-Börsengang betroffenen Händlern anbietet, um gut die Hälfte auf 62 Millionen Dollar erhöht. Zudem soll die Entschädigung nun komplett bar ausbezahlt werden und nicht teilweise in Form von vergünstigten Handelsgebühren.

Citigroup: 20 Millionen Dollar verloren

Auch die neue Summe dürfte allerdings bei weitem nicht ausreichen, um alle Streitigkeiten beizulegen. So schätzt Medienberichten zufolge alleine die UBS ihren Verlust durch das Durcheinander am ersten Tag, an dem Facebook-Aktien gehandelt werden konnten, auf 350 Millionen Dollar. Die Citigroup soll rund 20 Millionen Dollar verloren haben.

Das Börsendebut von Facebook Mitte Mai war erheblich durch technische Probleme bei der Nasdaq behindert worden. Das Handelssystem war überfordert, weshalb die Händler zum Teil stundenlang nicht wussten, ob ihre Aufträge ausgeführt wurden.

SDA/rek

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