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Google unter Druck wegen Sucheinstellungen

Der Internetriese behandelt bei den Suchergebnissen seine eigenen Dienste bevorzugt. Nun droht EU-Kommissar Joaquín Almunia mit hohen Geldbussen, sollte Google seine Einstellungen nicht ändern.

Ein Gigant im Suchmaschinenmarkt: Google-Mitgründer Sergey Brin bei einer Konferenz in Mountain View, Kalifornien. (25. September 2012)
Ein Gigant im Suchmaschinenmarkt: Google-Mitgründer Sergey Brin bei einer Konferenz in Mountain View, Kalifornien. (25. September 2012)
AFP

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat dem US-Internetkonzern Google mit Strafen gedroht, sollte das Unternehmen nicht bald seine Suchmaschineneinstellungen ändern. Google bevorzuge bei den Suchergebnissen seine eigenen Dienste gegenüber Mitbewerbern, sagte Almunia in einem auf der Website der Zeitung «Financial Times» erschienenen Bericht. Die EU-Kommission sei verpflichtet, Sanktionen zu beschliessen, wenn der Konzern nicht bis Monatsende zufriedenstellende Änderungsvorschläge unterbreite.

Ein Google-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP auf Anfrage lediglich, das Unternehmen kooperiere weiter mit der EU-Kommission. Die Kommission hatte im November 2010 das Verfahren gegen Google wegen des Missbrauchs seiner Marktmacht eingeleitet. Dabei geht es um Google-Suchen nach anderen, spezialisierten Suchdiensten, zum Beispiel für Restaurants. Google betreibt selbst solche sogenannten vertikalen Spezialsuchdienste. Bei der Suche danach zeigt Google laut EU-Kommission als Erstes Links zu seinen eigenen vertikalen Suchdiensten an, während Mitbewerber weiter unten auftauchen.

Geldbussen drohen

In den USA war Google erst vergangene Woche einer Wettbewerbsklage wegen des mutmasslichen Missbrauchs seiner Marktmacht entgangen. Die US-Kartellbehörde FTC hatte erklärt, sie habe nicht genügend Hinweise gefunden, dass der Konzern die Ergebnisse seiner Suchmaschine zum Nachteil seiner Konkurrenten manipuliere. Die Wettbewerbshüter stellten deshalb ihre Ermittlungen ein, Google machte aber Zugeständnisse.

Im vergangenen Jahr hatte Google auch der EU-Kommission Zugeständnisse angeboten, Brüssel gingen sie aber offenbar nicht weit genug. Gibt es keine Einigung, drohen dem Internetriesen Geldbussen im Umfang von bis zu zehn Prozent seines Geschäftsvolumens. Google kontrolliert etwa 70 Prozent des weltweiten Suchmaschinenmarktes.

AFP/kle

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