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Googles gefloppte Produkte

Zum Jahreswechsel schaltet der Suchmaschinenkonzern erneut Produkte ab. Sie gesellen sich zu einer langen Liste eingestellter Dienste.

Googles fehlgeschlagener Angriff auf Twitter und Facebook. Der Microblogging- und Linksharing-Dienst Buzz strich nach nur rund eineinhalb Jahren wieder die Segel. Google-Mitgründer Sergey Brin an einem Anlass zum Start von Buzz.
Googles fehlgeschlagener Angriff auf Twitter und Facebook. Der Microblogging- und Linksharing-Dienst Buzz strich nach nur rund eineinhalb Jahren wieder die Segel. Google-Mitgründer Sergey Brin an einem Anlass zum Start von Buzz.
Robert Galbraith, Reuters
Mit Google Wave startete das Unternehmen den ambitionierten Versuch, kollaboratives Arbeiten online zu verbessern und einen Nachfolger für die E-Mail zu entwerfen. Wave fand aber nur eine geringe Anzahl Nutzer.
Mit Google Wave startete das Unternehmen den ambitionierten Versuch, kollaboratives Arbeiten online zu verbessern und einen Nachfolger für die E-Mail zu entwerfen. Wave fand aber nur eine geringe Anzahl Nutzer.
Google
Für Enttäuschung bei den Fans sorgte das Ende von Googles Feed-App Reader. Die Konkurrenzanwendung Feedly gab in den Wochen nach der Einstellung des Readers einen Zustrom von rund drei Millionen Nutzern bekannt.
Für Enttäuschung bei den Fans sorgte das Ende von Googles Feed-App Reader. Die Konkurrenzanwendung Feedly gab in den Wochen nach der Einstellung des Readers einen Zustrom von rund drei Millionen Nutzern bekannt.
Anick Jesdanun, Keystone
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Google ist für seine breite Produktpalette bekannt – aber gerade unter Early Adoptern noch mehr dafür, Produkte, die nicht mehr ins Sortiment passen, wieder einzustellen. Um den Jahreswechsel traf es drei weitere Dienste. Ihr Ende zeigt auch, dass sich Google nach wie vor schwertut mit überzeugenden Social-Anwendungen.

Medienberichten zufolge trifft es die App Schemer, mit der Nutzer ihre Vorhaben und Pläne mit anderen teilen sollten. Ausserdem betroffen sind die Smartphone-Anwendungen Bump und Flock. Google hatte deren Entwickler erst vor kurzem, im September 2013, erworben. Mit Bump lassen sich Fotos, Dateien, Kontaktdaten und andere Inhalte zwischen Smartphones übertragen. Dazu müssen zwei Handynutzer ihre Geräte mit aktivierter App aneinanderstossen. Flock ist eine App zum Teilen von Fotos.

Sie gesellen sich zu einer langen Liste von Produkten, die Google in den vergangenen Jahren beerdigte.

1. Google Reader

Eines der prominentesten Opfer 2013 war Googles Webapp für RSS-Feeds. Das Unternehmen begründete den Schritt mit sinkenden Nutzerzahlen und damit, sich auf weniger Produkte konzentrieren zu wollen. Die Fangemeinde der App kritisierte den Entscheid, aber auch eine Petitionfür die Weiterführung mit über 150'000 Unterschriften blieb wirkungslos.

2. iGoogle

Google wollte Nutzern eine personalisierte Startseite bieten. Diese liess sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzen und bot etwa Newsfeeds, Foto- und Videostreams und eine Sidebar für Chats. Google kündigte die Einstellung des Diensts zum Jahreswechsel an.

3. Google Health

Ein früher Wettbewerber auf dem Feld der elektronischen Patientendossiers: Google Health liess Nutzer ihre Krankheitsgeschichte und Gesundheitsinformationen online verwalten. Der nur in den USA gestartete Dienst erreichte aber nie die Verbreitung, die sich Google erhofft hatte und wurde Anfang 2012 beerdigt.

4. Knol

Mit Knol (kurz für «Knowledge») schien Google der Wikipedia Konkurrenz machen zu wollen. Dafür setzte der Dienst mehr als das Onlinelexikon auf Experten als Autoren. Knol ging 2008 an den Start, zunächst vor allem mit Artikeln zu medizinischen Themen. Eine grössere Verbreitung blieb aus, 2012 schloss Knol definitiv seine Tore.

5. Buzz

Zur Zeit des Starts vor allem als Angriff auf Twitter und Facebook gehandelt, war Google Buzz ein Dienst, der Nutzer Links, Fotos und Status-Updates teilen liess. Bereits der Start des Diensts stand unter einem schlechten Stern, da Googles automatisches Opt-In und standardmässig laxe Privatsphäreeinstellungen viel Kritik auf sich zogen. Das Ende von Buzz kam 2011, als Google den Onlinedienst nach nur eineinhalb Jahren in Rente schickte.

6. Wave

Den Versuch, frischen Wind in die Onlinekommunikation und -zusammenarbeit zu bringen und längerfristig die E-Mail zu beerben, startete Google mit Wave. Trotz positiver Urteile und eines anfänglichen Hypes um Einladungen zum Dienst blieb der Erfolg aber aus. 2012 zog Google den Stecker.

7. Latitude

Der Ortungsdienst für Google Maps erlaubte es, die eigene Position mit Freunden zu teilen. Smartphone-Nutzer konnten auswählen, wer wie genau verfolgen durfte, wo sie sich gerade aufhielten. Im August 2013 wurde Latitude abgeschaltet.

Auch wenn es auf den ersten Blick so wirken mag: Googles Kultur, Ideen testweise umzusetzen und bei fehlendem Erfolg wieder einzustellen, lässt nicht nur Produktleichen zurück. Es ist üblich, dass Google Funktionen einzelner Produkte hinüberrettet in neuere. So sind Ideen von Latitude teilweise in Google+ verfügbar, ebenso die sozialen Funktionen von Buzz. Und iGoogle findet seine moderne Entsprechung in Google Now.

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