Haben Hacker das NSA-Netzwerk geknackt?

Der US-Geheimdienst ist laut Medien selbst Opfer eines Cyber-Angriffs geworden. Was Edward Snowden damit zu tun hat.

«Schwerwiegende Folgen für die Spionage-Operationen der Behörde»: Eine undatierte Aufnahme des NSA-Hauptquartiers in Maryland.

«Schwerwiegende Folgen für die Spionage-Operationen der Behörde»: Eine undatierte Aufnahme des NSA-Hauptquartiers in Maryland. Bild: Keystone

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Das Netzwerk des US-Geheimdienstes NSA ist möglicherweise von Hackern geknackt worden. Hochgeheime Codes des Geheimdienstes kursieren im Internet, was auf einen erfolgreichen Cyberangriff gegen die NSA hindeuten könnte, wie US-Medien berichteten. Die veröffentlichte Software wird von der Behörde unter anderem dafür eingesetzt, in die Netzwerke ausländischer Regierungen einzudringen. Veröffentlicht wurden die Codes von einer bislang unbekannten Gruppe namens Shadow Brokers.

Die Veröffentlichung könnte «schwerwiegende Folgen für die Spionage-Operationen der Behörde» haben, schrieb die US-Zeitung «Washington Post». Nach Informationen der «New York Times» wurde die Software überwiegend dafür eingesetzt, in Computer-Netzwerke in China, dem Iran und Russland einzudringen.

Steckt Russland dahinter?

Beide Zeitungen berichteten unter Berufung auf Experten für die Cyberspionage, dass die Software mutmasslich vor drei Jahren entwickelt worden sei. Sie sei in allgemeiner Form in Dokumenten beschrieben worden, die in die Hände des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden geraten seien, berichtete die «New York Times». Allerdings scheine Snowden, der im Exil in Russland lebt, nicht hinter der jetzigen Veröffentlichung zu stecken.

Snowden, der in den vergangenen Jahren detailreich über die weltweiten Spionageaktivitäten der NSA berichtet hatte, äusserte den Verdacht, dass Russland hinter der Veröffentlichung der NSA-Codes stecken könnten. Im Internetdienst Twitter interpretierte er die Publikation als eine Warnung an die US-Behörden, die darüber nachdächten, wie sie auf die jüngsten Cyberangriffe auf die Parteizentrale der US-Demokraten reagierten sollten.

Diese Hackerangriffe hatten zur Veröffentlichung brisanter interner Mailwechsel durch die Website Wikileaks und dem Rücktritt der Parteivorsitzenden Debbie Wasserman Schultz sowie weiterer Parteifunktionäre geführt. Die Demokraten vermuten, dass Russland hinter den Cyberattacken steckt. Die Mails enthielten abfällige Kommentare über den in den Vorwahlen gegen die heutige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterlegenen Senator Bernie Sanders. (woz/fal/afp/sda)

Erstellt: 17.08.2016, 19:00 Uhr

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