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Hacker legen Kundendaten von Stratfor offen

Anonymous hat die gehackten Daten der amerikanischen Sicherheitsfirma veröffentlicht: 75'000 Namen, E-Mail- Adressen, Kreditkartennummern und Passwörtern sind darunter. Neue Angriffe sind geplant.

«Please check back soon»: So sah die Seite von Stratfor nach dem Angriff aus.
«Please check back soon»: So sah die Seite von Stratfor nach dem Angriff aus.

Die Hackerorganisation Anonymous hat nach ihrem Cyber-Angriff auf die US-Sicherheitsfirma Stratfor hunderttausende Kundendaten veröffentlicht. In einer Erklärung im Internet veröffentlichte sie Links mit rund 75'000 Namen, E-Mail- Adressen, Kreditkartennummern und Passwörtern von Stratfor-Kunden.

Zudem waren Benutzernamen und Passwörter von 860.000 Menschen einsehbar, die sich auf der Internetseite des Unternehmens angemeldet hatten. Auch rund 50'000 E-Mail-Adressen von Vertretern der US-Regierung wurden veröffentlicht.

Unter anderem haben die Hacker nach eigenen Angaben Daten des früheren US-Vizepräsidenten Dan Quayle, von Ex-Aussenminister Henry Kissinger und des ehemaligen CIA-Direktor Jim Woolsey erbeutet. Auch E-Mail-Adressen von den Rüstungskonzernen Boeing und Lockheed Martin, der Geldhäuser Bank of America und Goldman Sachs sowie des Ölmultis Exxon Mobil seien darunter.

Weitere Angriffe angekündigt

Anonymous kündigte in der Erklärung zudem an, zu Silvester «mehrere Ziele der US-Sicherheitsbehörden im ganzen Land» angreifen zu wollen. Zu konkreten Plänen äusserte sie sich aber nicht.

Die Gruppe rief die internationale Hackergemeinde auf, die veröffentlichten Daten zu nutzen, um «verheerendes Chaos» in den E- Mail- und Kreditkarten-Systemen der «reichen und mächtigen Unterdrücker» anzurichten.

Anonymous hatte am vergangenen Wochenende mitgeteilt, sensible Daten von tausenden Stratfor-Kunden geknackt zu haben. Die Gruppe veröffentlichte am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter einen Link zu einer Liste von Stratfor-Kunden.

«Schatten-CIA»

Strategic Forecasting (Stratfor) räumte einen Hackerangriff ein und bestätigte am Freitag, dass die veröffentlichten Adressen aus den Datenspeichern des Unternehmens stammten. Die Firma berät ihre Kunden in wirtschaftlichen, sicherheitsrelevanten und weltpolitischen Fragen.

Sie wird von Kritikern auch als «Schatten-CIA» bezeichnet, weil sie Informationen über internationalen Krisen sammelt. Das Netzwerk Anonymous wurde bekannt, als es etwa die Webseiten von Firmen angriff, die gegen das Enthüllungsportal WikiLeaks vorgingen.

Die Hacker hatten unter anderem Angriffe gegen das Kreditkartenunternehmen Visa und den Internet-Bezahldienstleister PayPal gestartet, die nach der Veröffentlichung von geheimen US- Diplomatendepeschen ihre Zahlungen an Wikileaks eingestellt hatten.

SDA/kle

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