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Hat Apple schon alles erfunden?

Die Aktie des iPhone-Herstellers ist seit dem Allzeithoch um 44 Prozent abgestürzt. Nun muss sich Apple am Dienstag mit den Quartalszahlen beweisen. Was die Tech- und Finanzwelt vom IT-Riesen erwartet.

Stellt am 23. April die neuen Apple-Zahlen vor: Firmenchef Tim Cook. (12. September 2012)
Stellt am 23. April die neuen Apple-Zahlen vor: Firmenchef Tim Cook. (12. September 2012)
Beck Diefenbach, Reuters
Sieht die Zukunft Apples optimistischer als auch schon: Apple-Legende Steve Wozniak. (14. Oktober 2011)
Sieht die Zukunft Apples optimistischer als auch schon: Apple-Legende Steve Wozniak. (14. Oktober 2011)
Kimihiro Hoshino, AFP
Im Visier: Milliardenmarkt China. Das Bild zeigt Apple-Werbung in Peking. (18. März 2013)
Im Visier: Milliardenmarkt China. Das Bild zeigt Apple-Werbung in Peking. (18. März 2013)
Mark Ralston, AFP
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Wenn es nur so einfach wäre: «Eine neue Killer-Hardware? Wird nicht kommen – sie ist schon da.» Dies sagte Archibald Horlitz, Gründer des auf Apple-Produkte spezialisierten Händlers Gravis, an einer von der IFA organisierten Expertenrunde. Diese diskutierte im Süden Sardiniens die Frage, welche Erfindung im IT-Markt das Zeug hat, so einzuschlagen wie das iPhone im Jahr 2007 oder das iPad im Jahr 2010. Horlitz ist der Ansicht, dass es künftig primär einfach darum gehe, Software weiterzuentwickeln und mehr Inhalte für Smartphones und Tablets bereitzustellen.

Hat Apple hardwaremässig alles schon erfunden? Natürlich nicht. Das Problem ist nur: Ausserhalb der Techlabors am Hauptsitz in Cupertino hat niemand Einblick in das iPortfolio der Zukunft. «Wenn ich das Next Big Thing kennen würde, dann sässe ich wohl kaum hier in dieser Runde», brachte der renommierte Technologie-Autor Lawrence Magid das Rätselraten auf den Punkt.

Vom Allzeithoch weit entfernt

Die grosse Unsicherheit über die Zukunft des iPhone-Konzerns ist es denn auch, welche dazu geführt hat, dass die Apple-Aktie seit Jahresbeginn um 26 Prozent und seit dem Allzeithoch vor einem halben Jahr um 44 Prozent gefallen ist. Die Anleger warten nun darauf, dass Firmenchef Tim Cook erstens mit guten Zahlen aufwartet und zweitens die Zweifler von der Innovationskraft des Konzerns überzeugt. Gelegenheit dazu hat er am Dienstag, wenn Apple die jüngsten Quartalszahlen veröffentlicht.

Und Zweifler gibt es genug – nicht erst seit vergangener Woche, als sowohl der US-Provider Verizon als auch der Apple-Zulieferer Cirrus Logic einen Rückgang bei den iPhone-Verkaufszahlen (Verizon) respektive eine überraschend zurückhaltende Umsatzprognose (Cirrus Logic) kommunizierten.

«Diese Glaubwürdigkeit ist jetzt hinüber»

Doch ausgerechnet der prominenteste (und für viele glaubwürdigste) Kritiker Cooks, Steve Wozniak, zeigt sich für einmal optimistisch: «Ich gehe davon aus, dass Apple sehr gut vorbereitet ist und an neuen Dingen arbeitet, die uns überraschen und schocken werden», so der ehemalige Weggefährte von Steve Jobs.

Skeptischer sind die Analysten. Deren Stimmung fasst Laurence Balter gegenüber «Businessweek» wie folgt zusammen: «Der Markt braucht Beweise, dass das Unternehmen für die Zukunft gerüstet ist. Denn die Kerze flackert», so der Experte von Oracle Investment Research. Seit dem Tod von Steve Jobs funktioniere die zelebrierte Geheimniskrämerei, was neue Produkte angeht, nicht mehr. «Es war okay, als Steve Jobs sagte, Apple habe einige unglaubliche Sachen im Sortiment. Aber diese Glaubwürdigkeit ist jetzt hinüber.»

In einem Gastbeitrag für das Wirtschaftsmagazin «Forbes» spricht Peter Cohan sogar davon, dass Apple nach dem Ableben von Job dem Untergang geweiht (doomed) sei. Unter Cook habe das Unternehmen kein einziges wirklich innovatives Gerät auf den Markt gebracht. Weder ein billigeres iPhone noch ein neues iPad mini würden an dieser Einschätzung etwas ändern.

Es braucht nur wenig

Allerdings hat auch unter Cook Apple in der Vergangenheit mit guten Quartalszahlen überrascht. Vielleicht gelingt dem Jobs-Nachfolger am 23. April Ähnliches – nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit einem Ausblick auf kommende Gadgets. Alleine eine Andeutung in Richtung Günstig-iPhone würde dem Apple-Papier Auftrieb geben.

Noch besser würden wohl nur noch Hinweise auf die geheimnisumwitterte iWatch aufgenommen. So weit jedoch, das steht fest, wird sich Cook sicher nicht aus dem Fenster lehnen.

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