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Huffington gründet «World Post»

Ein globales Medium: Onlineverlegerin Arianna Huffington und Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen lancieren eine neue Nachrichtenseite. Sie werben mit drei äusserst prominenten Autoren.

Chefredaktorin der «Huffington Post» und Initiantin der geplanten «World Post»: Arianna Huffington. (23. Januar 2012)
Chefredaktorin der «Huffington Post» und Initiantin der geplanten «World Post»: Arianna Huffington. (23. Januar 2012)
Reuters
Huffingtons Partner bei der Lancierung der «World Post»: Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen.
Huffingtons Partner bei der Lancierung der «World Post»: Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen.
Reuters
...und Google-Chef Eric Schmidt.
...und Google-Chef Eric Schmidt.
Reuters
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Die amerikanische Journalistin Arianna Huffington ist als Gründerin der Onlinezeitung «Huffington Post» bekannt, die aus einer Mischung von Meinungsbeiträgen, eigenen Nachrichtenartikeln und Links auf Beiträge anderer Medien besteht. In der Schweiz ist die «Huffington Post» nicht mit einer eigenen Ausgabe präsent, zuletzt hatte Huffington aber in Frankreich und in Deutschland je eine Ausgabe in den Landessprachen lanciert. Nun kommt Huffington in die Schweiz, allerdings nur für wenige Tage und zur Präsentation eines neuen, globalen Onlinemediums am Weltwirtschaftsforum in Davos.

Die geplante Website wird laut einem Bericht des britischen «Guardian» den Namen «World Post» erhalten. Die Präsentation in Davos ist kein Zufall: Die «World Post» will gezielt Leser und Autoren unter den Mächtigsten der Welt rekrutieren. Das Konzept ähnelt demjenigen der «Huffington Post»: Auch die neue Onlinezeitung soll aus einer Mischung von Meinungsbeiträgen, Nachrichtenartikeln und Links bestehen.

Drei Zugpferde

«Der Schlüssel ist Zusammenarbeit», wird Huffington zitiert. Es gelte, dem Leser auch gute Arbeit anderer Medien zu zeigen. Demnach hofft Huffington, ein Portal anzubieten, das dem Leser einen guten Überblick über die wichtigsten Themen gibt und die besten Artikel präsentiert. Eigene Inhalte werden gemäss dem «Guardian» die bisherige Auslandsredaktion der «Huffington Post» sowie eigens eingestellte Korrespondenten in Peking, Kairo und Beirut liefern, wobei ein Ausbau zu erwarten sei.

Als Zugpferde hat Huffington offenbar den ehemaligen britischen Premier Tony Blair, Microsoft-Gründer Bill Gates und Google-CEO Eric Schmidt engagiert. diese sollen regelmässig als Autoren Beiträge liefern.

Als Geldgeber mit 50 Prozent beteiligt ist der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen, der aktuell Inhaber der deutschen Kaufhauskette Karstadt ist, den Thinktank Berggruen Institute besitzt und Kunst sammelt.

Arbeitsloser neben CEO

Die in Davos versammelten Vertreter der globalen Elite sollen allerdings nicht die einzigen Leser und Autoren der «World Post» sein. Man müsse ja irgendwo starten, wird Berggruen zitiert, und diese Leute wüssten sehr viel. Man werde aber eine Menge unbekannter und junger Stimmen antreffen.

Huffington wirbt gar damit, in der «World Post» würden einst Artikel von Staatschefs und Wirtschaftsgrössen neben solchen von einem Studenten aus Brasilien oder von einem Arbeitslosen aus Spanien stehen. Wie bei der «Huffington Post» soll es «keine Hierarchie» geben.

Internationale Perspektive

Leserschaft und Autoren der «World Post», welche auch den Auslandsteil der «Huffington Post» ersetzt, sollen durch eines geeint werden, nämlich die «internationale Perspektive», wie es der Medienspezialist Nathan Gardels ausdrückt, der beim WEF engagiert ist und dem publizistischen Beirat des Mediums beigetreten ist. Für eine internationale Perspektive gebe es in Los Angeles vielleicht nicht genügend Publikum, wohl aber auf der ganzen Welt.

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