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Im Notfall Twitter

Mithilfe von sozialen Netzwerken warnt und informiert sich die Bevölkerung New Yorks über den Hurrikan Sandy. Die Behörden raten explizit zur Nutzung von Social Media.

Interaktives Kartenmaterial: Die Crisesmap informiert die Bevölkerung über den Standort von Evakuierungszentren, den Zustand der Strassen und teilt die Bezirke in Gefahrenzonen ein. Webcams liefern Bilder in Echtzeit. Bild: Screenshot
Interaktives Kartenmaterial: Die Crisesmap informiert die Bevölkerung über den Standort von Evakuierungszentren, den Zustand der Strassen und teilt die Bezirke in Gefahrenzonen ein. Webcams liefern Bilder in Echtzeit. Bild: Screenshot

Wirbelsturm Sandy wird in den nächsten Stunden mit voller Wucht auf die Küste von New Jersey treffen. Die Bevölkerung und die Behörden sind derweil mit der Evakuierung beschäftigt. Dabei spielt das gute alte Transistorradio in Sachen Kommunikation eine weniger wichtige Rolle als in den Katastrophen zuvor. Um über das Geschehen auf dem Laufenden zu sein, nutzen die Menschen überwiegend ihre Smartphones. Via Twitter riet denn auch die nationale Katastrophenbehörde Fema am Sonntag, laufend den Akkustand der Mobiltelefone zu überprüfen. Auch andere Regierungsorganisationen legen nahe, die Smartphones für das Einholen von Informationen zu nutzen. Insbesondere Dienste wie Twitter oder Facebook seien hervorragend, um sich mit aktuellen Informationen zu versorgen.

Tatsächlich bietet Twitter einen umfangreichen Krisenservice. Mithilfe der Hashtags #Sandy oder #frankenstorm war man in den letzten Stunden sehr gut darüber im Bild, was sich in New York und Umgebung gerade abspielt. Vor allem linkte die Community auffallend oft auf eine interaktive Karte, die dem Besucher einen Eindruck vermittelte, in welchem Zustand die Millionenmetropole ist. Die Crisesmap 2012 zeigt detailliert, was der Stadt droht. So zeigt die Karte den bevorstehenden Weg des Wirbelsturms Sandy. Webcams zeigen, wie es in Manhattan oder an der Küste New Jersey gerade aussieht. Mithilfe von aktuellen Wetterdaten haben die Macher die Bezirke New Yorks in Gefahrenzonen eingeteilt. Ebenfalls zeigt die Karte, welche Strassen noch befahrbar sind und welche schon unter Wasser stehen. Als Service sind zudem Evakuierungszentren markiert.

Twitter zuverlässiger als das Telefon

Urheberin der Crisesmap ist Google. Die Karte ist in enger Zusammenarbeit mit New Yorks Behörden entstanden, die sämtliche Informationen von der Bevölkerung beziehen. Bereits im letzten Jahr fertigten diese eine ähnliche Karte an. Als New York wegen Hurrikan Irene im Ausnahmezustand war, dokumentierte die Social-Media-Managerin von Bürgermeister Michael Bloomberg mithilfe von bekannten Onlinediensten wie Twitter, Facebook, Youtube, Flickr, Tumblr und Crowdmap den Verlauf der Naturkatastrophe.

Es ist augenfällig, dass die Social-Media-Dienste oftmals detaillierter Krisenereignisse dokumentieren, als es herkömmliche Medienangebote tun. So tummeln sich Tausende Menschen derzeit auf sozialen Netzwerken und organisieren ihre eigenen Korrespondentennetzwerke. Auch die Behörden haben die Wirkungskraft von Social Media erkannt und haben in den letzten Monaten ihre Dienste entsprechend ausgerichtet. Auch vor dem Hintergrund, dass Betroffene im Notfall via Twitter und Facebook schneller mit Hilfe rechnen können, weil die Telefonleitungen oftmals überlastet sind oder gar ausfallen.

Weniger Hype auf Twitter

Auch wenn die Radio- und Fernsehsender ununterbrochen die Bevölkerung an der Ostküste vor dem drohenden «Frankenstorm» warnen, ist der Informationsgehalt auf Twitter und Facebook oft hilfreicher und spezifischer. Glaubt man den vielen Einträgen auf Twitter, beziehen auch die Lokalradios die meisten Informationen aus dem Kurznachrichtendienst. «Twitter is the news», schreiben User inzwischen im Netz. Man glaubt es den Schreibern solcher Botschaften auch. Während der Ton auf Social-Media-Kanälen zwar nicht immer nüchtern, aber informativ ist, versuchen sich die Reporter der TV-Stationen mit Worten wie «catastrophic», «historic» und «unprecedented» zu überbieten. Das hat die «Washington Post» dazu verleitet, den Medienmachern eine Anleitung zum Vermeiden von Hypes auf den Weg zu geben.

Ein gutes Beispiel, wie Social Media in Krisensituationen genutzt werden kann, zeigt übrigens das amerikanische Rote Kreuz auf Facebook. Die Organisation hat sogar eine Hurrikan-App für Android oder iPhone im Angebot. User haben diverse Funktionen, um Behörden und die Organisation im Notfall zu alarmieren. Als Extras sind auch Checklisten und eine Taschenlampe mit Blitzlichtfunktion integriert.

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