Internet der Dinge frisst Strom statt zu sparen

«Intelligente» Geräte versprechen einen reduzierten Energieverbrauch. Laut einer Studie ist das Gegenteil der Fall.

Diverse Haushaltsgeräte sollen dereinst zentral gesteuert werden und untereinander Daten austauschen: Ein Mann mit einem Computer-Pad. (Bild: unsplash.com)

Diverse Haushaltsgeräte sollen dereinst zentral gesteuert werden und untereinander Daten austauschen: Ein Mann mit einem Computer-Pad. (Bild: unsplash.com)

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Immer mehr Alltagsgegenstände sollen per Internet miteinander kommunizieren, um den Komfort zu erhöhen, aber auch, um Energie zu sparen. Eine Studie des iHomeLab der Hochschule Luzern zeigt aber, dass der weltweite Stand-by-Verbrauch dadurch stark steigen könnte.

Mit einem vernetzten Zuhause liesse sich theoretisch Strom sparen, zum Beispiel indem Storen und Lampen miteinander kommunizieren und sich je nach Tageslichtangebot aufeinander abstimmen. Viele vernetzte Geräte brauchen aber im Ruhezustand unnötig viel Strom, wie Forschende des Wohnlabors iHomeLab herausgefunden haben.

4,6-mal mehr Stand-by-Strom bis 2025

Da die Anzahl vernetzter Dinge künftig stark steigen wird, könnte sich der weltweite Stand-by-Verbrauch von heute 10 Terawattstunden pro Jahr auf 46 im Jahr 2025 erhöhen, schrieb die Hochschule kürzlich in ihrem Magazin. Das entspreche rund drei Viertel des heutigen elektrischen Energieverbrauchs der Schweiz.

Das Problem liege hauptsächlich bei kabelgebundenen Geräten, da bei diesen Kommunikationstechnologien eingesetzt werden, die nicht stromsparend sind: Viele Netzteile sind nicht effizient, wenn sie die geringe Leistung für den Stand-by-Betrieb von der Steckdose zum Gerät liefern.

Vorbild Batteriegeräte

Die Lösung wäre, sich an batteriebetriebenen Geräten zu orientieren, schlagen die Forscher vor: Bei diesen kommen nämlich gut funktionierende Technologien zum Einsatz, die wenig Strom verbrauchen. «Werden diese auch bei den kabelgebundenen Geräten eingesetzt, könnte der Stand-by-Verbrauch massiv gesenkt werden», liess sich iHomeLab-Leiter Alexander Klapproth im Magazin zitieren.

Die Studie wurde vom Technology Cooperation Program 4E der Internationalen Energieagentur in Auftrag gegeben und vom Bundesamt für Energie unterstützt. (rub/sda)

Erstellt: 13.07.2016, 15:01 Uhr

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