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Internet-Tauschbörsen grösster Markt für Kinderpornografie

Eine neue Studie gibt erstmals wissenschaftlich aufgearbeitete Einblicke in die Herstellung und den Vertrieb von Kinderpornografie über das Internet.

«Wir sind in diesem besonders abgeschotteten, hochkriminellen Bereich grösstenteils blind»: Deutscher Ermittler an der Arbeit.
«Wir sind in diesem besonders abgeschotteten, hochkriminellen Bereich grösstenteils blind»: Deutscher Ermittler an der Arbeit.

Kostenlose Tauschbörsen im Internet sind der grösste Markt für Kinderpornografie. Das belegt eine wissenschaftliche Studie, die das Bündnis gegen Kinderpornografie «White IT» am Montag in Berlin vorstellte.

Einschlägiges Material werde vermutlich in erster Linie zunächst über geschlossene Benutzergruppen verbreitet. Diese Foren stellten die Strafverfolger allerdings vor eine Herausforderung, da der Zugang dazu nur bei persönlicher Bekanntschaft oder durch Lieferung von neuen Bildern oder Filmen oder möglicherweise auch gegen Geld gewährt werde, heisst es in der vom Kriminalwissenschaftlichen Institut der Universität Hannover erarbeiteten Studie.

«Hochkrimineller Bereich»

«Wir sind in diesem besonders abgeschotteten, hochkriminellen Bereich grösstenteils blind», erklärte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU), der Vorsitzender des Bündnisses ist. Er forderte daher, die Einsatzmöglichkeit verdeckter Ermittler auf Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und auf die Herstellung und Verbreitung dieser kinderpornografischen Inhalte zu erweitern.

Die Studie gibt laut Schünemann erstmals wissenschaftlich aufgearbeitete Einblicke in die Herstellung und den Vertrieb von Kinderpornographie über das Internet. Dies sei eine entscheidende Voraussetzung dafür, Kinderpornografie zu bekämpfen und die Nutzung solcher Materialien zu verhindern oder «zumindest noch stärker zu erschweren».

Strategie gegen Kinderpornografie gesucht

Ziel des 2009 gegründeten Bündnisses «White IT» ist die Entwicklung einer Strategie gegen Kinderpornografie unter Zusammenarbeit von Staat, Wissenschaft und Wirtschaft. Partner des Bündnisses sind zahlreiche grosse Computer- und Softwareunternehmen, der Branchenverbande Bitkom, wissenschaftliche Institute und Kinderschutzorganisationen.

AFP/rek

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