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Kann ich Facebook-Aktien kaufen?

Das soziale Netzwerk Facebook geht an die Börse. Zwar steht noch kein Datum fest, dafür aber die Zahlen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema.

rek
Vom Studienabbrecher zum Internetgigant: Mark Zuckerberg brach 2004 sein Studium in Harvard ab und zog ins Silicon Valley. Dort startete er Facebook.
Vom Studienabbrecher zum Internetgigant: Mark Zuckerberg brach 2004 sein Studium in Harvard ab und zog ins Silicon Valley. Dort startete er Facebook.
Keystone
Im April 2005 erhält das Portal eine grosse Finanzspritze – 12,7 Millionen Dollar von der Investmentfirma Accel Partners.Die Website weckt nicht nur das Interesse von Geldgebern: US-Mediengigant Viacom bietet 2006 1,5 Milliarden Dollar für den Kauf von Facebook, doch Zuckerberg lehnt ab. Auch ein Milliardenangebot des Internetriesen Yahoo schlägt er aus.
Im April 2005 erhält das Portal eine grosse Finanzspritze – 12,7 Millionen Dollar von der Investmentfirma Accel Partners.Die Website weckt nicht nur das Interesse von Geldgebern: US-Mediengigant Viacom bietet 2006 1,5 Milliarden Dollar für den Kauf von Facebook, doch Zuckerberg lehnt ab. Auch ein Milliardenangebot des Internetriesen Yahoo schlägt er aus.
AFP
Seit Mai 2007 ermöglicht Facebook Drittanbietern, ihre eigenen Anwendungen zu verwenden. Vor allem Spiele erweisen sich schnell als Goldgrube. Besonders Spielehersteller Zynga (im Bild CEO Mark Pincus) beschert mit Titeln wie «Farmville» oder «Mafia Wars» hohe Einnahmen. Umsätze werden hier mit dem Verkauf virtueller Güter generiert – und Facebook erhält davon jedes Mal einen Anteil.
Seit Mai 2007 ermöglicht Facebook Drittanbietern, ihre eigenen Anwendungen zu verwenden. Vor allem Spiele erweisen sich schnell als Goldgrube. Besonders Spielehersteller Zynga (im Bild CEO Mark Pincus) beschert mit Titeln wie «Farmville» oder «Mafia Wars» hohe Einnahmen. Umsätze werden hier mit dem Verkauf virtueller Güter generiert – und Facebook erhält davon jedes Mal einen Anteil.
Reuters
Die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss bringen 2008 den Facebook-Gründer in Verlegenheit: Sie behaupten, dass Zuckerberg die Idee für Facebook von ihnen in Harvard gestohlen hat. Zuckerberg schliesst im Februar einen Vergleich in Höhe von 65 Millionen Dollar.
Die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss bringen 2008 den Facebook-Gründer in Verlegenheit: Sie behaupten, dass Zuckerberg die Idee für Facebook von ihnen in Harvard gestohlen hat. Zuckerberg schliesst im Februar einen Vergleich in Höhe von 65 Millionen Dollar.
Keystone
Rivale abgehängt: Facebook löst 2008 Myspace als beliebtestes Online-Netzwerk der Welt ab. Im August knackt das Netzwerk dann die Marke von 100 Millionen Mitgliedern.
Rivale abgehängt: Facebook löst 2008 Myspace als beliebtestes Online-Netzwerk der Welt ab. Im August knackt das Netzwerk dann die Marke von 100 Millionen Mitgliedern.
AFP
Die Zahl der Facebook-Nutzer übersteigt im September 2009 300 Millionen. Das Unternehmen macht mittlerweile genug Geld, um seine laufenden Kosten zu decken. Und das soziale Netzwerk wird mobil: Facebook stellt seine erste App für Smartphones vor.
Die Zahl der Facebook-Nutzer übersteigt im September 2009 300 Millionen. Das Unternehmen macht mittlerweile genug Geld, um seine laufenden Kosten zu decken. Und das soziale Netzwerk wird mobil: Facebook stellt seine erste App für Smartphones vor.
Keystone
Protestaktion gegen Facebook in Kalifornien (2010): Die Website wird immer wieder für ihren Umgang mit Nutzerdaten kritisiert. Ständige Anpassungen der Privatsphäreoptionen verwirren die Nutzer. Was zuvor privat war, ist plötzlich auch für andere sichtbar, die Kommunikation lässt zu wünschen übrig.
Protestaktion gegen Facebook in Kalifornien (2010): Die Website wird immer wieder für ihren Umgang mit Nutzerdaten kritisiert. Ständige Anpassungen der Privatsphäreoptionen verwirren die Nutzer. Was zuvor privat war, ist plötzlich auch für andere sichtbar, die Kommunikation lässt zu wünschen übrig.
Keystone
Die Probleme mit den Privatsphäreeinstellungen bekommt manchmal auch der Gründer selbst zu spüren. Immer wieder gelangen Privatfotos aus seinem Privatalbum ins Netz.
Die Probleme mit den Privatsphäreeinstellungen bekommt manchmal auch der Gründer selbst zu spüren. Immer wieder gelangen Privatfotos aus seinem Privatalbum ins Netz.
Facebook
Die Datenschutzdebatte bremst den Aufstieg des Portals nicht: Im Januar 2011 sammelt Facebook bei Investoren weitere 1,5 Milliarden Dollar ein, der geschätzte Unternehmenswert steigt auf 50 Milliarden Dollar. Einen Monat später kündigt Zuckerberg an, die Firmenzentrale von Palo Alto auf ein grösseres Gelände im nahe gelegenen Menlo Park (Bild) zu verlegen.
Die Datenschutzdebatte bremst den Aufstieg des Portals nicht: Im Januar 2011 sammelt Facebook bei Investoren weitere 1,5 Milliarden Dollar ein, der geschätzte Unternehmenswert steigt auf 50 Milliarden Dollar. Einen Monat später kündigt Zuckerberg an, die Firmenzentrale von Palo Alto auf ein grösseres Gelände im nahe gelegenen Menlo Park (Bild) zu verlegen.
Keystone
Hoher Besuch: Präsident Barack Obama besucht im April 2010 die Facebook-Zentrale in Palo Alto. Für einmal ist Mark Zuckerberg in Hemd und Krawatte zu sehen.
Hoher Besuch: Präsident Barack Obama besucht im April 2010 die Facebook-Zentrale in Palo Alto. Für einmal ist Mark Zuckerberg in Hemd und Krawatte zu sehen.
AFP
Der Film «The Social Network» über die Entstehung von Facebook wird 2010 zum Knüller an der Kinokasse und gewinnt drei Oscars. Jesse Eisenberg spielt den Facebook-Gründer. Das Netzwerk wird bereits von über 500 Millionen Menschen genutzt.
Der Film «The Social Network» über die Entstehung von Facebook wird 2010 zum Knüller an der Kinokasse und gewinnt drei Oscars. Jesse Eisenberg spielt den Facebook-Gründer. Das Netzwerk wird bereits von über 500 Millionen Menschen genutzt.
Keystone
Das Magazin «Time» ernennt Zuckerberg im Dezember 2010 zur Persönlichkeit des Jahres, weil er «die Art verändert, wie wir täglich unsere Leben leben».
Das Magazin «Time» ernennt Zuckerberg im Dezember 2010 zur Persönlichkeit des Jahres, weil er «die Art verändert, wie wir täglich unsere Leben leben».
Keystone
Das Tool der Revolution: Neben Twitter wird bei der arabischen Revolution 2011 auch Facebook zum Kommunikationsmittel der Protestierenden.
Das Tool der Revolution: Neben Twitter wird bei der arabischen Revolution 2011 auch Facebook zum Kommunikationsmittel der Protestierenden.
Reuters
Im September 2011 stellt Facebook die Neuerung Timeline vor, mit der Nutzer ihre Profile in eine Art digitalen Lebenslauf verwandeln können. Nach Beschwerden über den Umgang mit Nutzerdaten sagt Facebook den US-Behörden zu, seine Datenschutzbestimmungen zu verschärfen und von unabhängiger Seite kontrollieren zu lassen. Ende Januar 2012 verkündet das Portal, dass die Timeline für alle Nutzer zur Pflicht wird.
Im September 2011 stellt Facebook die Neuerung Timeline vor, mit der Nutzer ihre Profile in eine Art digitalen Lebenslauf verwandeln können. Nach Beschwerden über den Umgang mit Nutzerdaten sagt Facebook den US-Behörden zu, seine Datenschutzbestimmungen zu verschärfen und von unabhängiger Seite kontrollieren zu lassen. Ende Januar 2012 verkündet das Portal, dass die Timeline für alle Nutzer zur Pflicht wird.
AFP
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1. Warum will Facebook an die Börse?

Seit 2004 gibt es Facebook, und bislang floss Geld vor allem von Risikokapital-Gebern und grossen Investmentfonds. Diese wollen nun, dass sich ihre Investitionen auszahlen – und mit dem Börsengang Kasse machen, indem sie ihre Anteile am Unternehmen verkaufen. Auch Facebook selbst bringt ein Börsengang Geld und füllt die Firmenkasse für neue Projekte.

2. Was will Facebook mit dem Geld machen?

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat zum Börsengang noch einmal seine Vision dargelegt: Er glaubt, dass Vernetzung die Welt besser macht und einen Vorteil für alle darstellt. «Facebook existiert, um die Welt offener und vernetzter zu machen, und nicht nur, um ein Unternehmen zu sein», erklärte Zuckerberg am Mittwoch. An dieser Idee will er weiter arbeiten und mit Facebook aus dem Internet ein soziales Netz machen. Das Geld aus dem Börsengang braucht er, um entsprechende Angebote weiterzuentwickeln und neue Ideen umzusetzen.

3. Wem gehört Facebook bislang?

Bislang hält das Management einen grossen Anteil an dem Unternehmen: Zuckerberg selbst hält 28,8 Prozent der Stimmrechte, das komplette Vorstandsteam kommt auf fast 70 Prozent. Weitere grössere Anteile halten mehrere Investmentfonds, die zumindest einen Teil ihrer Aktien nun abstossen könnten, um ihr früheres Investment zu Geld zu machen.

4. Was ändert sich für mich als Nutzer?

Zunächst einmal nichts. Ziel des Börsengangs ist es, Facebook weiterzuentwickeln – das heisst, die Zahl der Funktionen und Zusatzdienste dürfte auch in Zukunft rasant ansteigen. Keine grossen Sorgen machen müssen sich Nutzer, dass demnächst Facebook zusammen mit ihren Nutzerdaten weiterverkauft werden könnte. Denn Mark Zuckerberg hat Sorge getragen, seinen Einfluss auf alle wichtigen Unternehmensentscheidungen zu behalten, ein Verkauf gehört dazu. Das ändert natürlich nichts daran, dass Facebook schon jetzt sehr viele Daten seiner Nutzer einsehen kann.

5. Kann ich auch Facebook-Aktien kaufen?

Das dürfte zumindest beim Börsengang selbst schwierig werden. Facebook hat keine deutsche Bank in das Konsortium aufgenommen, die den Börsengang organisiert. Hinzu kommt, dass Unternehmen bei ihrem ersten Schritt an die Börse gerne institutionelle Anleger auswählen. Auch dürften die Aktien wahrscheinlich überzeichnet sein – das Interesse ist also grösser als die Zahl der ausgegebenen Anteilsscheine.

6. Steht eine neue Internetblase bevor?

Die Milliardensummen, die derzeit bei Börsengängen und Übernahmen in der Hightech-Branche gezahlt werden, deuten darauf hin – aber es gibt natürlich keine Sicherheit. Facebook selbst wird mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet, hat 2011 aber nur eine Milliarde Dollar verdient. Das Verhältnis der beiden Werte beträgt also 1 zu 100 – während es nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) normalerweise eher bei 1 zu 15 liegt. «Eine Investition ist eine Wette auf die Zukunft», sagt deshalb auch DSW-Sprecher Jürgen Kurz.

(AFP)

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