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Kommt Huffington in die Schweiz?

In einem Interview spricht die Mitgründerin der «Huffington Post» über die Expansionpläne ihres Online-Gratismagazins.

«Wer auf diese Weise die ‹Huffington Post› kritisiert, versteht nichts vom Internet»: Ariana Huffington, die 63-jährige Mitgründerin der «Huffington Post».
«Wer auf diese Weise die ‹Huffington Post› kritisiert, versteht nichts vom Internet»: Ariana Huffington, die 63-jährige Mitgründerin der «Huffington Post».
Sven Hoppe, Keystone

Die Mitgründerin der «Huffington Post» sagte bei ihrem gestrigen Besuch in Genf der Westschweizer Tageszeitung «24 Heures», dass vorerst keine eigene Schweizer Ausgabe zu erwarten sei (Artikel online nicht verfügbar). «Das ist schwierig wegen der drei Sprachen.» Man prüfe aber zurzeit, ob die französische Ausgabe eine Rubrik für die Romandie erhalten solle. Dafür würde das Magazin lokale Blogger und Redaktoren kontaktieren. Konkret seien die Pläne aber noch nicht. Die deutsche Ausgabe, für die Huffington mit dem Medienhaus Burda zusammenarbeitet, bediene auch den Deutschschweizer Markt.

Konzept der «Huffington Post» ist eine Mischung aus Blogging und Nachrichtenplattform. Laut Ariana Huffington sind Facebook und Co. entscheidend für die Publikation: «Seit den Anfängen der ‹Huffington Post› verbreiten sich unsere Inhalte über soziale Netzwerke», sagte die Gründerin zu «24 Heures». Ausserdem setze man auf andere Inhalte als andere Medien, etwa gute Nachrichten. «Darin sind die traditionellen Titel schlecht.»

Weitere Wachstumspläne

Kritik, sich bei anderen Medien zu bedienen und Artikel zu kopieren, wies Huffington zurück. «Wer auf diese Weise die ‹Huffington Post› kritisiert, versteht nichts vom Internet.» Dass Blogger nicht bezahlt würden, sei von Anfang an klar gewesen. Die Mitarbeit verschaffe Bloggern Sichtbarkeit und Besucheraufkommen, das diese dann zu Geld machen könnten.

Von Beginn als Gratiszeitung lanciert, habe die «Huffington Post» keine Pläne, ihr Modell zu ändern. «Wir werden immer kostenlos bleiben», sagte die 63-Jährige. Bezahlmodelle im Internet eigneten sich nur für Medien, deren Leser es gewohnt seien zu bezahlen. Geld verdient die Publikation mit Hauptsitz in New York ausschliesslich durch Onlinewerbung. Dabei setzt die «Huffington Post» auf neue Werbekonzepte und von Unternehmen gesponserte Rubriken. «Hier reden wir über jährliche Verträge im siebenstelligen Bereich», so Huffington. Neue Modelle passten besser zu Smartphones als klassische Werbung, die nach Klicks verkauft werde: Die Grösse des Bildschirms sei heute weniger wichtig, sagte Huffington mit Blick auf den Trend zu mobilen Geräten.

Die 2005 gegründete Onlinezeitung ist auf Expansionskurs, sie beschäftigt weltweit mittlerweile 700 Mitarbeiter. Seit ihrem Kauf durch AOL 2011 hat die «Huffington Post» eine Reihe lokaler Ausgaben gegründet, unter anderem in Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und zuletzt Deutschland. Dabei setzt das Onlinemagazin auf Partnerschaften vor Ort für Kenntnisse des Marktes und um Kosten zu teilen, etwa für Büroräume. Geplant seien auch weitere Länderausgaben für Brasilien, Südkorea, Indien und Griechenland, sagte Huffington gestern in Genf.

(24 heures)

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