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Mit Wegwerf-Mailadressen gegen Spam

Apple will die E-Mail neu erfinden und mit einem Trick das Spam-Problem lösen. Ein neues Patent lässt dem Unternehmen in die Karten schauen.

In Grafiken zeigt die Patentanmeldung, wie Apple mit Wegwerfadressen Spammer austricksen will.
In Grafiken zeigt die Patentanmeldung, wie Apple mit Wegwerfadressen Spammer austricksen will.
uspto.gov
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Das Problem ist fast so alt wie das World Wide Web: Schon in den 70er-Jahren, als das E-Mail-Protokoll erfunden wurde, gab es erste unerwünschte Mails und lästige Werbung. Seither ist ein Rüstungswettlauf entbrannt zwischen Spammern und Mailanbietern. Dass E-Mails nichts kosten und sich automatisiert zu Tausenden verschicken lassen, ist zum Riesenproblem geworden. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit täglich bis zu 200 Milliarden Spam-Nachrichten verschickt werden und über 90 Prozent des Mailverkehrs aus unerwünschter Werbung besteht.

Für E-Mail-Anbieter wie Google ist die Bekämpfung von Spam zentral. Mit Algorithmen und schwarzen Listen erzielt das Unternehmen gute Ergebnisse. Der Schutz zielt dabei auf die Annahme von E-Mails, überprüft, wie vertrauenswürdig eine Adresse ist, und blockiert Adressen, die als Werbeschleudern auffallen.

Falsche Adressen für Spammer

Apple sieht einen anderen Weg und könnte künftig den Spammern mit Wegwerfadressen ein Schnippchen schlagen. Die Idee: Einfach die betroffenen elektronischen Briefkästen verschwinden lassen. Mit diesem Trick liesse sich die altehrwürdige Mail gegen Spam-Attacken immun machen.

Ein Patent, das der US-Konzern angemeldet hat, zeigt, wie das gehen könnte. Ein Nutzer besitzt wie bisher eine Hauptadresse, macht diese aber nicht öffentlich. Eröffnet er ein Onlinekonto, meldet sich für einen Newsletter an oder registriert sich für eine App, wird nicht die «richtige» Adresse, sondern eine Wegwerfadresse herausgegeben. Das Herausgeben dieser Adressen übernimmt Apple, ebenso das Weiterleiten von eingehenden Mails an die Hauptadresse. Dass für jede Anmeldung eine andere Wegwerfadresse zum Zug kommt, hat zwei Vorteile: Erstens lässt sich stets nachverfolgen, wer die Adresse unerlaubt weitergegeben hat. Zweitens kann die Adresse einfach aufgehoben werden, sofern sie mit Werbemails überflutet wird, und durch eine neue ersetzt werden.

Die Arbeit im Hintergrund können laut Apple Browser-Erweiterungen und Apps übernehmen. Im Idealfall würde sich so der Nutzer nicht mit dem Thema befassen müssen. Ob und wie genau Apple das angemeldete Patent umsetzen wird, muss sich noch zeigen.

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