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«Nokia ist eine brennende Bohrinsel»

Der finnische Handykonzern hat auf dem Smartphonemarkt nicht viel zu melden. Firmenchef Stephen Elop ist der Kragen geplatzt: Ein Memo an die Belegschaft liest sich wie eine Brandrede. Nokia liege «Jahre hinter der Konkurrenz».

«Ins eiskalte Wasser springen, um zu überleben»: Nokia-Chef Stephen Elop.
«Ins eiskalte Wasser springen, um zu überleben»: Nokia-Chef Stephen Elop.
AFP

Wie das Marktforschungsunternehmen Gartner schreibt, ist Nokias Mobile-Marktanteil weiter am Schrumpfen. 2010 sank die Quote des finnischen Handykonzerns von 36,4 auf 28,9 Prozent. Konkret habe Nokia im letzten Jahr mit 461 Millionen Geräten zwar rund 20 Millionen Mobiltelefone mehr verkauft als 2009, doch der Gesamtmarkt wuchs viel stärker.

Wie der amerikanische Technikblog Engadget.com berichtet, ist dem neuen Firmenchef Stephen Elop nun der Kragen geplatzt. Der erste Nicht-Finne an der Spitze schrieb in einem internen Memo, das auch dem «Wall Street Journal» vorliegt, «Nokia ist eine brennende Bohrinsel».

«Unglaublich»

Um zu überleben, müsse das Management «ins eiskalte Wasser springen», so Elop. Nokia befinde sich «Jahre hinter der Konkurrenz (...) Apple kam 2007 mit dem iPhone heraus und wir haben noch immer kein Produkt, das an das Gerät herankommt».

Auch dem weltgrössten Suchmaschinenkonzern Google habe sein Unternehmen nichts entgegenzusetzen. Android sei erst vor etwas mehr als zwei Jahren auf den Markt gekommen und in dieser Woche habe Nokia die Führung abgegeben. Das sei «unglaublich».

Partnerschaft mit Microsoft unausweichlich

Der im September von Microsoft zu Nokia gestossene Manager stimmt das Unternehmen auf schwere Zeiten ein. Über konkrete Massnahmen wird Elop am Freitag informieren.

Laut einem Bericht der «Wirtschaftswoche» soll die Hälfte des Vorstands entlassen werden. Ein weiterer Schritt könnte die Aufgabe des Handybetriebssystem Symbian sein (Redaktion Tamedia berichtete). Künftig soll auf allen Nokia-Modellen Microsofts Software Windows Phone 7 laufen. Entsprechende Gerüchte erhielten durch neue Medienberichte der Nachrichtenagentur Bloomberg und des «Wall Street Journals» neue Nahrung.

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