Nur für Sexting zu brauchen?

Snapchat ist persönlich, unkompliziert – und es polarisiert. Wozu ist es eigentlich gut? Unser Video klärt auf.

Aus dem Augenblick heraus kommunizieren – mit Botschaften, die sich selbst vernichten.
Video: Matthias Schüssler

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Sich selbst vernichtende Nachrichten kannte man lange Zeit aus Spionagefilmen und Fernsehserien wie «Ghost Busters». Seit 2011 gibt es sie auch in Wirklichkeit. Der Instant-Messenger Snapchat – inzwischen nach neuesten Schätzungen bis zu 19 Milliarden Dollar wert – übermittelt Nachrichten, die nur wenige Sekunden sichtbar sind und dann automatisch verschwinden.

Snapchat sei nur eine Spielerei für Teenager, die sich vor allem Anzügliches zuschickten – sprich: Sexting betreiben, hört man oft. Ausserdem gilt die App als seltsam in der Bedienung. Andere sind der Ansicht, die App mit dem stilisierten Geist als Logo sei ein Kommunikationsmittel, das im Gegensatz zu Facebook und Co. auch heute noch Spass mache – weil es damit authentischere Botschaften ermögliche: ungefilterte Beziehungspflege im kleinen Kreis, das kann die App für viele Nutzer leisten.

Und ausserdem – so hört man oft – seien alle «coolen Kids» heute bei Snapchat. Und in der Tat: In Sachen Video ist der Messenger Facebook dicht auf den Fersen: Die Nutzer des sozialen Netzwerks konsumieren pro Tag 8 Milliarden Clips. Beim Messenger hat sich die Zahl der angeschauten Videos seit Mai auf 6 Milliarden verdreifacht. Das liegt auch an grossen Medienmarken wie CNN, Cosmopolitan, Yahoo und National Geographic, die inzwischen multimediale Inhalte exklusiv für das junge Snapchat-Publikum produzieren.

Das könnte ein Grund sein, sich die App trotz Vorbehalten näher anzusehen – wie sie funktioniert, erklärt jedenfalls unser Video. Eine Warnung ist trotzdem angebracht: So ganz unwiederbringlich vernichten sich die Nachrichten nämlich nicht. Es gibt Mittel und Wege, sie abzufangen oder zu speichern.

Medienunternehmen nutzen Snapchat, um ein junges Publikum anzusprechen.

Erstellt: 29.11.2015, 09:51 Uhr

Neue Videoreihe

Was sind Ihre Anliegen?

In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für Tagesanzeiger.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion!

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