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Schlauer Fuchs Marissa Mayer

Die Yahoo-Chefin zieht Firefox an Land. Was sie damit gewinnt und wo sie Zugeständnisse machen muss.

kpn
Sie hat Firefox für ihr Geschäft gewonnen: Yahoo-Chefin Marissa Mayer. (Archiv)
Sie hat Firefox für ihr Geschäft gewonnen: Yahoo-Chefin Marissa Mayer. (Archiv)
Reuters

Nach zehn Jahren gehen Mozilla und Google getrennte Wege. Die standardmässige Suchmaschine für Firefox wird in den USA künftig Yahoo sein. Die beiden Firmen gehen eine fünfjährige Partnerschaft ein. In Europa bleibt Google nach wie vor Standardsuchmaschine von Firefox.

Der Deal dürfte vor allem für Yahoo-Chefin Marissa Mayer ein Sieg sein, betont das «Wall Street Journal» (WSJ). Zwar steigerte Mayer den Umsatz des Internetkonzerns im dritten Quartal 2014 etwas, dennoch leidet Yahoo im Werbemarkt deutlich unter der Konkurrenz von Google und Facebook. Der Marktanteil von Yahoo liegt bei den Suchmaschinen gerade einmal bei vier Prozent weltweit; in den USA sind es zehn Prozent. Zum Vergleich: Der weltweite Marktanteil von Google beträgt 58 Prozent. Die Partnerschaft mit Firefox dürfte Yahoo den Zugang zu Millionen von neuen Nutzern verschaffen. Laut Mozilla-Chef Chris Beard nutzt jedes Jahr mehr als eine Milliarde Menschen Firefox.

Neue Suchmaschine im Dezember

Marissa Mayer betonte anlässlich des Yahoo-Firefox-Deals denn auch, dass die Stärkung des Suchgeschäfts zentraler Bestandteil ihres Plans sei, Yahoo wieder auf Kurs zu bringen. Laut WSJ macht der Ertrag aus der Internetsuche rund 39 Prozent der Yahoo-Einnahmen aus. Mayer: «Bei Yahoo glauben wir fest daran, dass die Internetsuche für uns ein Gebiet der Möglichkeiten und des Wachstums ist.» Sie könne es kaum erwarten, welche Innovationen die Partnerschaft mit Mozilla hervorbringe, so Mayer weiter.

Wie viel sich Yahoo die Partnerschaft mit Mozilla kosten lässt, ist nicht bekannt. Bereits nächsten Monat will der Konzern aber seine neue Suchmaschine vorstellen. Diese soll zunächst nur den Firefox-Benutzern zugänglich sein.

Mozilla will sich von Google abheben

Die Partnerschaft ist auch interessant, was Mozilla betrifft. Mit jährlich fast 300 Millionen Dollar stammten zuletzt gut 90 Prozent der Einnahmen des Open-Source-Projektes aus der Google-Partnerschaft. Gleichzeitig warb Google aber gezielt bei Firefox-Nutzern für den Umstieg auf ihren Browser Chrome. Offenbar erfolgreich: Firefox wurde bei den Marktanteilen mittlerweile von Chrome überholt.

Beim Blog Netzpolitik wertet man die Partnerschaft mit Yahoo deshalb auch als klaren Versuch, sich stärker von Google und Chrome abzuheben. Und das offenbar vor allem über Zurückhaltung beim Sammeln von User-Daten. So brachte man Yahoo dazu, die Do-not-Track-Einstellung (DNT) von Nutzern zu unterstützen. Das DNT blockiert die Verfolgung des Suchverlaufs im Internet. Bis anhin hatte Yahoo die Einstellung ignoriert. Auch Google hatte wohl deutlich gemacht, dass das Do-not-Track nicht akzeptiert würde.

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