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Schwer zu versichern

Cyberrisiken lassen sich privat nicht versichern. Es braucht den Staat.

MeinungHerbert Fromme?
Die Deckung von Cyberangriffen ist komplexer und vielfältiger als angenommen: ein Serverraum der Firma Alpine Mining in Gondo. Bild: Keystone
Die Deckung von Cyberangriffen ist komplexer und vielfältiger als angenommen: ein Serverraum der Firma Alpine Mining in Gondo. Bild: Keystone

Noch ist nicht bekannt, ob Facebook eine Cyberversicherung für die Schäden hat, die durch das Hacken von 50 Millionen Nutzerkonten entstanden sind. Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Und selbst wenn: Eine solche Police würde nur einen Bruchteil der Ansprüche decken. Mithilfe kundiger Anwälte werden Hunderttausende oder gar Millionen Nutzer Schadenersatz verlangen, vor allem in den USA. Das kann Milliarden kosten.

Vor drei Jahren verkündeten viele Versicherungskonzerne, Cyber sei ihr wichtigstes Wachstumsfeld im Geschäft mit Unternehmen. Deren finanzielle Absicherung gegen Hackerangriffe werde eine ähnliche Dimension erreichen wie die Feuerversicherung. Damals beschwerte sich die Branche, dass die Industrie zu wenig Deckung einkaufe. Heute sind die Versicherer deutlich ruhiger. Es zeigt sich, dass die Risiken doch komplexer und vielfältiger sind als angenommen. Viele haben ihre Deckungssummen reduziert.

Unlösbares Dilemma für Versicherer

Bei Cyberangriffen geht es einerseits um die Wiederherstellung von Systemen, die Kosten für die Information der betroffenen Kunden und den Austausch von Komponenten. Andererseits, und das ist das viel grössere Risiko, geht es um den möglichen Stillstand der Produktion für Tage oder Wochen. Den allergrössten Teil solcher Schäden tragen die betroffenen Unternehmen heute selbst.

Die Versicherer sind in einem unlösbaren Dilemma: Wenn sie die Cyberrisiken nicht mit ausreichenden Summen absichern, werden sie in einem der wichtigsten Risikofelder immer unwichtiger. Tun sie es aber, riskieren sie die Pleite.

Für Industrie und Gesellschaft heisst das: Sie können sich nicht auf private Versicherungskonzerne verlassen, wenn es um die Absicherung gegen die finanziellen Folgen von Cyberangriffen geht. Wenn es funktionierende Versicherungslösungen für die Wirtschaft geben soll, muss der Staat mit einer Garantie für Megaschäden mit am Tisch sitzen. Bei der Versicherung gegen die Folgen von Terrorangriffen ist genau das bereits der Fall. Für Cyber wäre es auch richtig.

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