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Sinnvolle – und fragwürdige – Neuerungen bei Gmail

Google hat bei seinem Maildienst viele nützliche Funktionen nachgerüstet. Und eine, die Ihnen vielleicht nicht gefällt – und die Sie kontrollieren möchten.

Zugegeben, für diese Geburtstagsparty haben wir uns nicht in Unkosten gestürzt.

Googles Maildienst feierte den 15. Geburtstag – mit einem Blogpost, etwas Eigenlob und ein paar neuen Funktionen. Der Geburtstag war zwar schon am ersten April, doch die Neuerungen haben es erst jetzt bis nach Europa geschafft. Wie Google auf Anfrage erklärt, werden Feature-Updates nicht in allen Welt- und Sprachregionen gleichzeitig aufgeschaltet, sondern nach und nach über den ganzen Globus verteilt. Was zur Folge hat, dass wir hierzulande erst einmal vergeblich nach den gross angekündigten Verbesserungen suchen.

Doch jetzt sind sie da – und es wert, in einem Video vorgeführt zu werden. Google erlaubt es nun, vertrauliche Nachrichten besonders zu schützen. Sie können mit einem Ablaufdatum versehen und mit einem Code geschützt werden. An Schweizer Mobilfunknummern lässt sich dieser Code bislang leider nicht schicken. Doch wenn der Empfänger der vertraulichen Nachricht z.B. eine deutsche oder US-amerikanische Nummer verwendet, dann lässt sich dieser Schutzmechanismus einsetzen.

Als vertraulich eingestufte Mails dürfen nicht gedruckt oder weitergeleitet werden. Es bleibt allerdings eine Sicherheitslücke, die sich nicht wird schliessen lassen: Es ist dem Empfänger natürlich unbenommen, ein Bildschirmfoto anzufertigen oder die geheimen Informationen abzuschreiben.

Doppelt geschützt

Der eigentliche Vorteil ist, dass vertrauliche Mails nicht unverschlüsselt via Internet übermittelt werden, wie das bei normalen Mails der Fall ist. Die Nachricht verbleibt auf Googles Servern. Der Empfänger erhält nur einen Hinweis darauf, unter welchem Link er sie einsehen kann. In Kombination mit dem Sicherheitscode, den er per SMS auf die vom Absender angegebene Nummer erhält, erhöht das die Sicherheit beträchtlich. Und zwar, ohne dass man sich mit Mailverschlüsselung herumschlagen müsste.

Eine weitere sehr praktische Neuerung ist die Möglichkeit, Mail-Nachrichten nicht sofort, sondern zu einem späteren Zeitpunkt zu versenden. Mit dieser «Senden planen»-Funktion verschickt man seine Nachrichten dann, wenn die Chance am grössten ist, dass der Empfänger sie liest und darauf reagiert. Und bei heiklen Konversationen erhält man die Gelegenheit, selbst noch einmal über seine Worte zu schlafen: Denn solang das Mail nicht verschickt ist, kann man es jederzeit abändern oder auch unversendet löschen.

Vielseitig erweiterbar

Weitere praktische Neuerungen der letzten Zeit sind die Erweiterungen: Gmail lässt sich inzwischen mit Modulen von Drittherstellern ausstatten. Auf diese Weise ist es möglich, direkt aus dem Posteingang Notizen in Evernote zu erfassen und mit Mails zu verknüpfen. Auch die Online-Datenablage Dropbox oder die Projektmanagement-Software Trello (siehe Früher in den Feierabend) lassen sich anbinden.

Allerdings werden nicht alle neuen Funktionen von Gmail auf einhellige Begeisterung stossen. Diskussionswürdig ist die Neuerung, dass Google neuerdings unter myaccount.google.com/purchases die Einkäufe seiner Nutzer trackt. Das wird nicht allen gefallen – auch nicht, weil die wenigsten Nutzer über diese Einkaufsliste Bescheid wissen. Im Video zeigen wir, wie Sie Einträge löschen, und was Sie gegen das Tracking tun können.

Ordnung in der Inbox

Das E-Mail – ob mit oder ohne Google – war schon in früheren Videos ein Thema:

Wie Sie Mails automatisch sortieren und möglichst schnell einen aufgeräumten Posteingang haben, erklärt der Beitrag Dem Mail-Chaos ein schnelles Ende. 12 Tricks fürs E-Mail am iPhone zeigt, wie man unterwegs schnell und einfach mailt. So können Sie E-Mails verschwinden lassen liefert Tricks zu Gmail, beispielsweise zu einer weiteren praktischen, relativ neuen Funktion: der Möglichkeit, Mails zurückzustellen.

Zur Sicherheit mit Verschlüsselung und anonymem Mailversand beachten Sie bitte die Beiträge Mailen, ohne dass die NSA mitliest! und Dieser Schweizer Webdienst hat das E-Mail neu erfunden, oder?.

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