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Zuschauen ist nicht so anstrengend

Digitalredaktor Matthias Schüssler will in einem Selbstversuch herausfinden, was daran interessant sein soll, anderen Leuten via Internet beim Computergamen zuzusehen.

Vlambeer spielt «Nuclear Throne». In der Liveübertragung von Twitch.tv verfolge ich bildschirmfüllend das Geschehen in der Retro-Gamewelt. Der Spieler, ein bäriger Mann mit Wuschelfrisur, ist rechts unten in einem Fensterchen eingeblendet. Er zeigt nur wenig Mimik und legt während des Spiels auch mal längere Pausen ein. Trotzdem sind 1706 Zuschauer live mit dabei und verfolgen, wie Vlambeer seinen Gegner, eine Art Weltraumratte, die aus dunklen Gängen gekrochen kommt, niedermetzelt. «Ich brauche wirklich eine andere Sorte Munition», kommentiert Vlambeer. Während die Weltraumratten sterben, betrachte ich in dem kleinen, eingeblendeten Fensterchen die mit Kram vollgestopften Billy-Regale hinter Vlambeer, die von offenen Kartonschachteln gesäumt werden.

Warum bloss?

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