Kummerbox

Auf Schritt und Tritt überwacht von Tim Cook?

Was passiert mit den Daten, welche die Health-App von Apple auf dem iPhone sammelt?

Die Daten in der Health-App werden nur auf dem Gerät gespeichert. Screen: TA

Die Daten in der Health-App werden nur auf dem Gerät gespeichert. Screen: TA

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Mein iPhone 6 hat eine Health-App, die meine Gehstrecken etc. aufzeichnet. Ich möchte diese App löschen, doch das geht nicht. Brother Cook ist wa­tch­ing you forever? Was kann ich tun?
Kurt Pfändler, Bonstetten

Sie können die mit iOS gelieferten Standard-Apps nicht löschen und auch die Health-App nicht entfernen. Auch die Speicherung der Bewegungsdaten lässt sich nicht gänzlich unterdrücken. Diese werden nicht von der Health-App gesammelt, sondern laufen auf der Hardware-Ebene ein. Es gibt bei neueren iPhones dafür einen eigenen Koprozessor. Das ist der M7 beim iPhone 5s und der M8 beim iPhone 6. Er speichert Daten von Beschleunigungssensor, Gyroskop, Kompass und Barometer, selbst wenn sich das Gerät im Ruhezustand befindet. Nach dem «Aufwachen» dürfen die berechtigten Apps die Daten aus­lesen. Diese Methode schont den Akku.

Diese automatisch erhobenen Daten sind erst einmal nur lokal, das heisst, auf dem Gerät gespeichert. Sie werden nicht weitergegeben, solange Sie keine Dritt-App benutzen, die sie auswertet, ins Internet hochlädt oder sonst etwas damit anstellt. Den Zugriff regeln Sie in den Einstellungen unter «Datenschutz > ­Health». Diese lokal gespeicherten Daten dürfen bei Passcode-geschützten Geräten als ­sicher gelten. Die «Washington Post» hat kürzlich berichtet, dass Apple iPhones und iPads für die Strafermittlungsbehörden nicht mehr entsperrt, selbst wenn ein Durchsuchungsbefehl vorliegt. Das Entsperren ohne den Code sei technisch inzwischen gar nicht mehr möglich, sagt ­Apple.

Mit anderen Worten: Sie brauchen sich über die gesammelten Bewegungs­daten in der Health-App keine Sorgen zu machen. Sie können sie stattdessen dazu nutzen, wozu sie gedacht sind: nämlich Ihnen Reflexionen zu Gesundheits- und Fitnessverhalten zu ermöglichen. Wenn Sie Datenschutzbedenken haben, dann sollten Sie aufs Back-up in der Cloud verzichten und die Datensicherung stattdessen per Kabel auf Ihrem Computer durchführen.


Digitalfotografie
Unansehnliche Bilder über Nacht?

Ich habe am Computer einige Hundert Fotos gespeichert. Gross war meine Enttäuschung, als ich sie kürzlich betrachtet habe: Sozusagen über Nacht sind die schönen Bilder fast unansehnlich geworden. Sie sind unscharf und viel zu rot!
Peter Zappa, Zürich

Digitale Daten können nicht verderben. Anders als bei Papierabzügen oder Dias führt eine unsachgemässe Lagerung nicht zu Schäden. Dateien in digitaler Form kriegen keine Kratzer oder Knicke, verstauben und vergilben nicht und werden nicht von Bakterien oder ­Pilzen befallen. Solange die Dateien auf dem Datenträger intakt sind, erhalten Sie die Originalqualität.

Stellt sich natürlich die Frage, warum sich Ihnen die Bilder nicht so präsentieren. Per Ferndiagnose kann ich die konkrete Ursache nicht festmachen, sondern nur Mutmassungen anstellen.

Beschädigen kann man Bilddateien durch eine unsachgemässe Bearbeitung: Wenn Bilder sehr stark verkleinert werden, gehen Bilddetails unwiederbringlich verloren. Sie wirken schummrig und unscharf. Farbkorrekturen können, wenn sie an einem farbstichigen Monitor ausgeführt werden, unerwünschte Resultate zeitigen. Die Empfehlung lautet, nach der Bearbeitung eines Bildes dieses unter neuem Namen zu speichern und das Original aufzubewahren.

Es gibt auch das Prinzip der nicht ­destruktiven Bildbearbeitung. Bei ihr werden Änderungen an den Fotos nur in beschreibender Form vorgenommen. Bearbeitungsschritte lassen sich jederzeit rückgängig machen oder modifizieren. Adobe Lightroom ist ein Programm, das nicht destruktiv arbeitet. Auch iPhoto behält die Originalversion eines Bildes auf, sodass Sie via «Fotos > Zurück zum Original» unerwünschte Änderungen ungeschehen machen können.

Es handelt sich um einen Anzeige­fehler. Falsche Darstellungen sind bei RAW-Dateien leicht erklärbar. Das Rohdatenformat enthält die «rohen» Sensordaten. Sie müssen kameraabhängig interpretiert werden (siehe Kummerbox vom 13. Oktober). Eine mangelhafte Interpretation der Daten führt zu einem unansehnlichen Resultat. Eine falsche Darstellung erhalten Sie auch, wenn Sie nicht das Foto selbst, sondern eine Vorschau öffnen. Viele Bildverwaltungsprogramme erzeugen solche Vorschaubilder, um grössere Bestände schnell in einer Übersicht zeigen zu können. Schliesslich könnte auch die Anzeige Ihres Computers verkonfiguriert sein. Infrage kommt zum Beispiel ein falsches Monitorprofil.

Um die Ursache konkret einzugrenzen, betrachten Sie die Bilder mit einem verlässlichen Programm. Viele Kamerahersteller liefern eine Software mit, die das Optimum aus den Bilddaten herausholen sollte. Stellen Sie sicher, dass Sie es mit den Originalbildern und nicht mit bearbeiteten Kopien oder Miniatur­ansichten zu tun haben: Achten Sie auf die Dateigrösse und das Änderungs­datum der Dateien. Übertragen Sie die Bilder probehalber auf einen anderen Computer. Falls sie dort richtig erscheinen, führen Sie gemäss unserer Anleitung auf //bit.ly/colorms eine Kontrolle und Behebung der Farbeinstellungen durch. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.11.2014, 17:50 Uhr

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Senden Sie uns Ihre Fragen an kummerbox@tages-anzeiger.ch.

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