iCloud

Keine Alternative zur Abhängigkeit von Apple?

Kontakte und Termine lassen sich mit OS X Mavericks nur noch über die iCloud synchronisieren. Muss man sich als Nutzer das tatsächlich gefallen lassen?

Ökologische Bedenken gegen die Cloud – auch wenn Google im Vergleich zu Apple etwas ökologischer produziert.

Ökologische Bedenken gegen die Cloud – auch wenn Google im Vergleich zu Apple etwas ökologischer produziert. Bild: Google/Keystone

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Seit der Veröffentlichung von Mavericks lassen sich Kalender und Kontakte offiziell nur noch mittels iCloud zwischen iPhone und Mac synchronisieren. Gibt es aber doch noch einen inoffiziellen Weg übers Kabel, eventuell mit einem anderen Programm, oder ist man wirklich auf die Wolke angewiesen? Die will ich auf keinen Fall verwenden, da sie ein gigantischer Energiefresser ist und Abhängigkeiten statt Freiheiten schafft.
Heinz Rutschmann, Uster

Es ist in der Tat so: Mit dem letzten Update auf OS X Mavericks hat Apple heimlich die Möglichkeit zur direkten Synchronisation zwischen dem Computer und dem Mobilgerät entfernt. Daten und Termine werden nur noch via Internet abgeglichen. Anstelle der iCloud können Sie auch Google nutzen. Der Konzern produziert laut einer Studie von Greenpeace deutlich ökologischer als Apple.

Wenn Sie die Cloud aus grundsätz­lichen Datenschutzbedenken ablehnen, dann versetzt Sie Apple in eine ungemütliche Lage. Eine gleichwertige Alternative zur abgeschafften Kabelsynchronisation existiert bislang nämlich nicht. Fachmedien wie «MacWelt» rechnen ­damit, dass Dritthersteller in die Lücke springen werden. Aber bis entsprechende Produkte käuflich zu erwerben sind, wird es noch dauern.

  • Sie können aber Folgendes tun: Sie verweigern das Update auf OS X 10.9 Mavericks und arbeiten vorerst mit dem Vorgänger Mountain Lion weiter.
  • Sie installieren für die Synchronisation Windows auf Ihrem Mac und verwenden die Windows-Version von iTunes. Sie enthält SyncServices nach wie vor. Dieser schwer zu erklärende Umstand brachte die Technologie-Expertin Molly Wood dazu, in ihrem Blog zu fragen: «Will Apple, dass die Leute einen PC kaufen?»

Die beste Lösung wäre nun eine private Cloud – das heisst, ein kleiner Server, auf dem Sie Ihre Daten bereithalten und sowohl mit Mobilgeräten als auch dem Computer abgleichen. Sie hätten den Komfort der Cloud ohne die Datenschutzbedenken. Cloud-taugliche Netzwerkfestplatten gibt es von Synology, QNAP und Zyxel. Mit der Open-Source-Software Owncloud.org lässt sich auch ein alter Computer oder ein Strom sparender Minicomputer wie der Raspberry Pi zum eigenen Server aufrüsten.

In Sachen Unabhängigkeit ist das eine hervorragende Lösung. Sie muss allerdings mit viel Schweiss erkauft werden. Ein eigener Server macht bei der Einrichtung viel Arbeit, und er will auch danach noch betreut werden. Sie müssen sich gewissenhaft um die Updates bemühen. Und wenn es Ihnen nur um die Kontakte und Termine geht, dann stellt sich die Frage der Ökologie. Denn allein zu diesem Zweck ständig ein Gerät am Netz zu haben, ist nicht gerade sparsam. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.12.2013, 14:11 Uhr

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