Windows XP

Sicher in der virtuellen Maschine?

Im April 2014 läuft die Unterstützung für Windows XP aus. Doch was tun, wenn man auf eine Software angewiesen ist, die unter neueren Versionen noch nicht läuft?

Per VirtualBox läuft im Fenster Windows XP.

Per VirtualBox läuft im Fenster Windows XP. Bild: Screen: TA

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mein Lieferant aus Kanada verwendet noch immer eine Software, die auf Windows XP läuft. Einige meiner Kunden und auch ich selbst haben PCs mit Windows 7 in Betrieb. Damit wir diese Software auch weiterhin ver­wenden können, habe ich XP in einer virtuellen Maschine auf Windows 7 installiert. Das funktioniert perfekt. Ich weiss, dass mein Lieferant an einer neuen Version für Windows 7 und Windows 8.1 arbeitet. Da man aber nie weiss, wie lange es geht, bis eine solche neue Version fehlerfrei und stabil arbeitet, möchte ich Sie fragen, ob man zwischenzeitlich mit der erwähnten virtuellen XP-Version arbeiten kann, ohne die Gefahr einer Infektion mit Schadenssoftware zu riskieren?
Nello Mantovani, Gutenswil

Mit einer virtuellen Maschine wie Vir­tualBox von Oracle (kostenlos unter virtualbox.org) lässt sich ein Betriebssystem innerhalb eines anderen ausführen. Das System läuft dann nicht direkt auf der Hardware, sondern auf einer Softwareschicht, die diese Hardware simuliert. Es können sogar Systeme ausgeführt werden, die zur vorhandenen Hardware gar nicht kompatibel sind – man spricht dann von einer Emulation.

Ein altes System in einer virtuellen Maschine zu betreiben, bringt einen Sicherheitsgewinn gegenüber der direkten Ausführung: Das System lässt sich bei einer Infektion leicht zurücksetzen. In der virtuellen Maschine verwendet das Gast-Betriebssystem ein Systemlaufwerk, das auf dem Gastgeber-System als eine einzige grosse Datei in Erscheinung tritt. Bei einer Infektion muss man nur eine frühere Version dieser Datei wieder­herstellen.

Nun ist es nicht ausgeschlossen, dass ein raffiniertes Virus aus der virtuellen Maschine «ausbricht» und das darunterliegende Betriebssystem infiziert. Das ist über die Netzwerkverbindungen und die Datenfreigaben möglich, die zwischen dem Gast und dem Gastgeber eingerichtet werden.

Wie gross diese Gefahr tatsächlich ist, lässt sich schwer beurteilen. Da die virtuelle Ausführung von XP nach dem offiziellen Ende im April 2014 eine häufige Einsatzweise sein dürfte, erwarte ich jedoch schon, dass Schadensprogramme diesen «Attack Vector» zumindest austesten werden. Daher scheint mir die Verwendung der neuen Version Ihrer Lieferantensoftware, selbst wenn die noch nicht hundertprozentig stabil laufen sollte, sicherer zu sein als die virtuelle Variante. Diese für den Fall der Fälle in der Hinterhand zu behalten, ist aber sicher­lich nicht verkehrt.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.11.2013, 16:29 Uhr

Artikel zum Thema

Sind Norton, Kaspersky und McAfee nicht Schutz genug?

Das Ende von Windows XP im April 2014 beschäftigt die Kummerbox weiterhin – kann man das Betriebssystem mit einem guten Virenschutz nicht trotzdem weiterverwenden? Mehr...

Der grosse Windows-Kompromiss

Test Seit Freitag ist Windows 8.1 erhältlich. Das Gratis-Update macht vieles richtig. Mehr...

Frage an die Kummerbox

Weiterbildung

Lehrstellen

Sich zu bewerben heisst für sich werben

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Nichts für Tierliebhaber: Fuchspelze werden von einem Arbeiter auf dem chinesischen Chongfu Pelzmarkt verarbeitet (14. Dezember 2017).
(Bild: William Hong) Mehr...