Sind Norton, Kaspersky und McAfee nicht Schutz genug?

Das Ende von Windows XP im April 2014 beschäftigt die Kummerbox weiterhin – kann man das Betriebssystem mit einem guten Virenschutz nicht trotzdem weiterverwenden?

XP hat noch viele eingefleischte Nutzer – trotzdem zieht Microsoft im April 2014 endgültig den Stecker.

XP hat noch viele eingefleischte Nutzer – trotzdem zieht Microsoft im April 2014 endgültig den Stecker. Bild: Bild: PD

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Die gängigen Internet-Security-Programme sind zum Schutz unserer Computer da. Ist Windows XP nur durch die Windows-Updates geschützt, nicht aber durch die Programme von Norton, Kaspersky, McAfee etc.? Weshalb sollten Schadprogramme ausgerechnet XP ab April 2014 mehr denn je angreifen wollen, wenn grosse Betriebe und das Weisse Haus doch bestimmt auf Windows 7 aufgerüstet haben? Lotte Ursula Rettich, Zürich

Antwort: Das Betriebssystem wird durch eine Kombination von Sicherheitsmassnahmen geschützt: das Antivirenprogramm, die Firewall und eben die Windows-Updates. Es braucht alle drei Komponenten, damit der Computer sicher ist. Da bei XP im April 2014 die Updates weg­fallen, kann dieses System ab dann nicht mehr sicher benutzt werden.

Microsofts Sicherheitsexperte Tim Rains weist darauf hin, dass die von den Antivirenprodukten verwendeten Programmschnittstellen ohne die Updates nicht mehr vertrauenswürdig sind. Da das Antivirenprogramm auf dem Betriebs­system aufsetzt, kann eine Schadenssoftware das Antivirenprogramm durch eine solche Lücke unterwandern und das System infiltrieren, noch bevor der Virenscanner überhaupt eingreifen konnte. Auch ist wahrscheinlich, dass die Hersteller von Sicher­heits­pro­grammen Windows XP nicht mehr sehr viel länger unterstützen werden.

Was Windows XP als Ziel angeht: Die meisten Schadensprogramme haben es nicht auf die Daten im Weissen Haus abgesehen. Es gibt zwar Spionageprogramme, die es auf ausgewählte Organisationen oder Unternehmen abgesehen haben. Aber das sind hoch spezialisierte Programme, die exakt auf ihr Opfer zugeschnitten sind. Die meisten Schadensprogramme haben eine viel breitere Mission: Nämlich Bot-Netze aufzubauen, um Spam zu versenden, und «Denial of Service»-Attacken zu fahren, um etwa Websites in die Knie zu zwingen.

Dafür legen es die Cyberkriminellen auf eine möglichst grosse Verbreitung an. Diesbezüglich ist Windows XP ein leichtes Opfer. Zum einen ist XP nach wie vor weit verbreitet. Zum anderen ist dieses System im Vergleich zu den fortschrittlicheren Nachfolgern (Windows 7 und Windows 8) schon von Haus aus ­weniger sicher. Ohne Sicherheits-Updates wird Windows XP nach seinem offiziellen Ende ein wahres Eldorado für Malware-Entwickler abgeben – und der Spielraum der Cyberkriminellen wird umso grösser sein, je mehr Nutzer an XP festhalten werden. Hören Sie also nicht auf die Leute, die mit Verweis aufs Sicher­heits­pro­gramm rechtfertigen wollen, Windows XP auch nach dem offiziellen Ende weiterzubetreiben. Die Auswirkungen in Form von mehr Spam und grösseren Bot-Netzen dürften alle Internetbenutzer zu spüren bekommen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.11.2013, 16:04 Uhr

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