Textverarbeitung

Was tun mit kaputten Word-Dokumenten?

Wenn die Textverarbeitung das Öffnen mit dem Hinweis abbricht, die Datei sei beschädigt, ist nicht alles verloren – die Tipps der Kummerbox zur Datenrettung!

Ein falsches Bit in einer Datei reicht schon, damit das Laden scheitert.

Ein falsches Bit in einer Datei reicht schon, damit das Laden scheitert. Bild: DaveOnFlickr/Flickr.com

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Ich kann meine Word-Dokumente nicht mehr öffnen. Es heisst, die Datei sei beschädigt. Kollegen sagen mir, ich solle meine alte Kiste deswegen entsorgen! Kann ich da wirklich nichts tun?
Peter Keller, Bellikon

Microsoft beschreibt in einem Supportdokument ausführlich, was Sie bei einem beschädigten Dokument alles zur Reparatur unternehmen können. Die Sache hat jedoch einen Haken: Die meisten Massnahmen helfen nur bei leicht beschädigten Dokumenten, die zwar Fehler aufweisen, sich aber noch öffnen lassen. Die Empfehlungen lauten dann, Word mit der ursprünglichen Konfiguration zu starten, die Standardvorlage zu löschen, die neuesten Druckertreiber zu installieren und den Befehl «Öffnen und reparieren» zu verwenden. Er steht zur Verfügung, wenn Sie auf «Datei > Öffnen» klicken und am rechten Rand der «Öffnen»-Schaltfläche das Menü ausklappen. Es ist am nach unten zeigenden Dreieck erkennbar.

Bei Dokumenten, die sich nicht mehr öffnen lassen, probieren Sie bitte die folgenden Dinge:

  • Kann ein anderes Programm die Datei knacken? Versuchen Sie Ihr Glück mit WordPad (in Windows enthalten) oder mit LibreOffice.
  • Gibt es eine intakte Vorgängerversion? Klicken Sie bei Windows 7 oder neuer die Datei im Explorer mit der rechten Maustaste an und wählen Sie «Frühere Versionen anzeigen» aus dem Kontextmenü.
  • Handelt es sich vielleicht gar nicht um eine Word-Datei? Das finden Sie mit TrIDNet heraus (Anleitung).
  • Lässt sich der Text extrahieren? Wählen Sie dazu im «Öffnen»-Dialog bei den Dateitypen die Option «Text aus beliebiger Datei wiederherstellen». Mit dieser Massnahme gingen zwar die Formatierungen verloren, doch Word könnte vom Text immerhin das retten, was noch vorhanden ist. Das klappt allerdings nur bei Dokumenten im alten «.doc»-Format. Dateien des Typs «docx» werden komprimiert gespeichert, was die Extraktion verunmöglicht.
  • Wenn das nicht hilft, bleibt ein Reparaturprogramm wie Docx Repair, wordrecovery.org oder Corrupt DOCX Salvager.
Was die Ursache angeht, kann ich per Ferndiagnose nur spekulieren. Da offenbar diverse Dateien betroffen sind, scheint ein Defekt der Festplatte wahrscheinlich. Ich habe auch schon gesehen, dass ein fehlerhafter Arbeitsspeicher Abstürze herbeiführte, was in kaputten Dateien resultierte. Für beide Probleme gibt es bei Windows eingebaute Diagnosemöglichkeiten.

Die Fehlerüberprüfung findet Probleme bei der Festplatte. Führen Sie im Explorer bei «Computer» (bzw. «Dieser PC» bei Windows 8) einen Rechtsklick auf die Festplatte aus, betätigen Sie den Befehl «Eigenschaften» und klicken Sie unter Tools auf «Jetzt prüfen». Windows-Profis sollten an der Befehlszeile den Chkdsk-Befehl ausführen.

Das Programm «Windows-Speicherdiagnose» ermittelt defekten Arbeitsspeicher. Sie finden es am einfachsten über das Suchfeld im Startmenü bzw. die Suchfunktion im Startbildschirm von Windows 8.

Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn Sie dem Problem nicht auf die Spur kommen, sollten Sie den Rat Ihrer Kollegen beherzigen – denn ein Computer, der Dokumente zerstört, ist nicht brauchbar. Und sichern Sie Ihre Daten! (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.04.2014, 11:40 Uhr

Das Rettungsprogramm von wordrecovery.org versucht, beschädigte Dateien zu retten. Wunder darf man allerdings nicht erwarten. (Screen: schü.)

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