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Wenn Rivalen aufeinandertreffen

Wie man ein Android-Telefon dazu bringt, mit Outlook Daten auszutauschen.

Android tauscht Daten lieber per Cloud als per USB-Kabel.

Android tauscht Daten lieber per Cloud als per USB-Kabel. Bild: Johan Larsson/Flickr.com

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Ich arbeite hauptsächlich mit Outlook. Wie kann ich die Daten mit meinem Android-Handy synchronisieren? Das scheint mir gar nicht so einfach zu sein, da hier zwei Konkurrenten (Microsoft und Google) aufeinandertreffen!
Roland Di Matteo, St. Gallen

Da haben Sie vollkommen recht. Und es treffen nicht nur zwei Rivalen aufeinander, sondern auch unterschiedliche Philosophien. Outlook verwendet (zumindest im privaten Einsatz) die lokale Datenhaltung. Googles Betriebssystem Android ist seinerseits ganz auf die Cloud ausgerichtet und läuft im Zusammenspiel mit Webdiensten zur Hochform auf.

Das heisst: Wenn Sie die Google-Dienste nutzen, brauchen Sie nur Ihre Zugangsdaten zu hinterlegen, um Ihre Daten auf dem Mobilgerät zur Hand zu haben. Für die klassische Methode des Datenabgleichs hat Google als Internet-Company gar kein Verständnis. Es ist von Haus aus nicht möglich, Daten per USB-Kabel zwischen PC und Smartphone abzugleichen. Doch da ist Google nicht allein: Es ist generell zu beobachten, dass der USB-Weg aus der Mode gerät. Microsoft hat bei Windows Phone von Anfang an darauf verzichtet. Apple ist mit der letzten OS-X-Version davon abgerückt. Der Austausch von Terminen und Kontakten erfolgt bei Mavericks exklusiv per iCloud. Nur bei Windows und Outlook ist der USB-Sync mit iPhones und iPads vorerst noch möglich.

Wenn Sie sich mit einer Cloud-Lösung anfreunden können, dann ist das die einfachste Lösung: Im Google-Kalender verwaltete Termine landen automatisch auf dem Mobilgerät und können in Outlook abonniert werden. Wenn Sie ganz auf Outlook verzichten können, gewinnen Sie an Flexibilität. Prüfen Sie also, ob Sie Outlook verwenden, weil Sie die vielen Funktionen wirklich benötigen, oder ob Sie dem Programm vor allem aus Gewohnheit die Stange halten.

Wenn Sie nicht auf Outlook verzichten wollen, gibt es zwei Ansätze:

  • Zum einen springen Dritthersteller in die Bresche. Prüfen Sie, ob es vom Hersteller Ihres Telefons eine entsprechende Software gibt. Samsung stellt für seine Telefone die Kies-Software zur Verfügung. Sie synchronisiert nicht nur Kontakte, Termine, Aufgaben und Memos mit Outlook, sondern auch Podcasts, Musik und Videos. Sie ist allerdings fehleranfällig. Es ist wichtig, sie aktuell zu halten.
    Viele Anwender schwören auf MyPhoneExplorer. Das ursprünglich für Sony-Ericsson-Telefone entwickelte Freeware-Programm von Franz Josef Wechselberger versteht sich nicht nur auf Outlook, sondern auch auf Thunderbird und weitere Programme. Die Installation ist nicht bei jedem Modell trivial (siehe Anleitung). Schliesslich gibt es auch Kaufprogramme. Von dem auf Synchronisationslösungen spezialisierten Unternehmen CompanionLink.com stammt Android Sync (50 US-Dollar). Das Unternehmen hat auch eine Lösung für Windows Phone in petto. Auf android-sync.com gibt es die gleichnamige Software für 30 Dollar, die einen Datenabgleich ebenfalls ohne Involvierung der Cloud ermöglicht.
    Die Empfehlung eines Lesers ist AkrutoSync, eine Software, die Kontakte, Kalenderdaten, Aufgaben und Notizen von Outlook mit Android und Windows Phone synchronisiert. Das Programm kann 7 Tage lang gratist getestet und für 24.95 US-Dollar gekauft werden.
  • Beim zweiten Ansatz erfolgt die Verbindung über Outlooks Groupware-Funktionen. In Unternehmen findet Outlook Anschluss an einen zentralen Server. Dieser Exchange genannte Server ermöglicht gemeinsame Kalender und Adressbücher, und an diesen Server lassen sich auch Mobilgeräte anbinden. Die Synchronisation erfolgt wie bei Cloud-Lösungen via Internet, allerdings mit dem grossen Unterschied, dass Sie sich auch einen Schweizer Dienstleister suchen können, wenn Sie Google oder Microsoft bezüglich Datenschutz kritisch gegenüberstehen. Sie finden Dienstleister über eine Google-Suche zum Stichwort «Hosted Exchange» – oder fragen Sie einfach bei Ihrem angestammten Mailanbieter nach.
(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.03.2014, 08:31 Uhr

Programme wie CompanionLink springen in die Bresche. (Bild: Screen: PD)

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