Wenn Schadsoftware droht und lügt

«Ihr PC ist infiziert!» – «Ihr Computer hat ein System-Problem!» Solche Warnungen aus heiterem Himmel deuten auf eine Infektion mit einer Scareware oder Rogueware hin!

Aus dem Gruselkabinet der «Scareware»: Eine Vireninfektion wird postuliert und die angebliche gleich Lösung mitangeboten. Foto: wikihow.com

Aus dem Gruselkabinet der «Scareware»: Eine Vireninfektion wird postuliert und die angebliche gleich Lösung mitangeboten. Foto: wikihow.com

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Seit einiger Zeit erscheint am Computer die Aufforderung, ich müsse ein Programm zur Behebung von Problemen installieren. Das ist sehr lästig!
André Signer, via Mail

Es handelt sich mutmasslich um einen Vertreter aus dem Gruselkabinett der Windows-Schadsoftware. Man nennt die Spezies Scareware, weil sie mit Angstmacherei und Einschüchterung operiert. Scareware behauptet, es seien gravie­rende Schäden am System vorhanden. Die müssen unbedingt sofort behoben werden. Und natürlich bietet Scareware gleich das passende Reparaturprogramm an. Es gibt auch die Variante, die eine Vireninfektion postuliert und Sie ultimativ auffordert, ein bestimmtes Sicher­heits­programm zu kaufen.

Es ist (fast) unnötig zu erwähnen, dass die angebotenen Produkte ihr Geld nicht wert sind. Es kann zwar sein, dass sie das Problem lösen – aber nur, weil sie es vorher selbst geschaffen haben. Es besteht die reale Gefahr, dass Ihre Kreditkarteninformationen missbraucht werden und weitere Probleme auftreten, für die man Ihnen wiederum ent­sprechende «Lösungen» anbietet. Falls Sie ein Produkt gekauft haben, lassen Sie Ihre Kredit­karte sperren!

Gegen Scareware und Rogueware – Letzteres bezeichnet betrügerische «Sicher­heits»-Programme – helfen nur echte Produkte von etablierten Her­stellern. Darum: Wenn Sie aus heiterem Himmel von einer unbekannten Software alarmiert werden, greifen Sie zu vertrauenswürdigen Viren­scannern und führen eine vollständige Überprüfung des PCs durch. Da Scareware oft hart­näckig ist, kann es sinnvoll sein, ein Notfall-Medium einzusetzen. Mit dem lässt sich der Computer starten, sodass die Bereinigung des verseuchten Betriebssystems quasi «von aussen» erfolgt. Hinweise zur Bereinigung finden Sie hier.

Falls Sie den Schädling auf Ihrem Computer anhand charakteristischer Merkmale identifizieren können, finden Sie im Internet eventuell eine Anleitung zur gezielten Entfernung, zum Beispiel auf Trojaner-info.de oder auf Trojaner-board.de. Prüfen Sie jeweils unbedingt die Quelle! Nicht alle Hilfsangebote an virengeplagte PC-Anwender sind seriös.


iOS-Geräte
Die Tücken der iPad-Bildverwaltung

Auf meinem iPad hat es Fotos, von denen ich nicht mehr weiss, wie sie dahin gekommen sind. Ich möchte weitere Aufnahmen auf das iPad bringen, dabei werden jedoch die vorhandenen Fotos gelöscht. Ich möchte aber, dass diese erhalten bleiben.
Christian Halter, Winterthur

Sie sind nicht der erste Fragesteller, der Mühe mit dem iPad bekundet, was den Umgang mit Bildern angeht. Es gibt zwei Fälle zu unterscheiden:

Bilder, die nur auf dem mit dem iOS-Gerät (iPad, iPhone, iPod Touch) vorhanden sind. Das können Fotos sein, die mit der eingebauten Kamera gemacht wurden, über das Connection-Kit von einer Digitalkamera übertragen wurden oder von einer Dritt-App in der Foto-App gesichert wurden. Diese Bilder werden «one way» vom iOS-Gerät auf den Computer übertragen. Als Mac-Benutzer verwenden Sie iPhoto. Nach dem Anschluss des Geräts erscheint es in der linken Leiste. Sie importieren alle Bilder oder wählen die Fotos zum Import aus. Sie entscheiden, ob die Fotos nach dem Import gelöscht werden sollen oder nicht. Falls Sie nicht mit iPhoto arbeiten, greifen Sie für den Import auf das Programm «Digitale Bilder» zurück.

Bei Windows erscheint das iOS-Gerät nach dem Anschliessen als Laufwerk im Windows-Explorer. Sie finden es bei Windows 7 unter «Computer», bei Windows 8.x unter «Dieser PC». Sie kopieren die Bilddateien auf manuellem Weg, indem Sie sie per Maus in einen Ordner ziehen. Sie dürfen auch ein Bildverwaltungsprogramm nutzen, zum Beispiel Picasa, Photoshop Elements oder Lightroom. Die Importfunktion be­handelt das iOS-Gerät wie eine normale Digitalkamera.

Falls Sie einen Cloud-Dienst wie Dropbox, OneDrive, Google Drive oder den Fotostream der Apple iCloud nutzen, sei auf die Funktion der Kamerasicherung hingewiesen, die alle diese Apps in­zwischen bereithalten. Sie sorgt dafür, dass neue Bilder und wahlweise auch die Videos automatisch im Hintergrund (per WLAN) hochgeladen werden und am PC und allen verbundenen Geräten zur Verfügung stehen.

Bilder, die Sie auf dem PC verwalten und die Sie gern via iPad oder iPhone ansehen und präsentieren möchten. Für diese richten Sie in iTunes (unter Windows und Mac) eine Synchronisation ein. Nach dem Anschliessen und Auswählen des iOS-Geräts öffnen Sie die Rubrik «Fotos» und geben an, welche Bilder zu synchronisieren sind. Zur ­Auswahl stehen Alben, Ereignisse und schliesslich die per Gesichtserkennung getaggten Personen. Alternativ selektieren Sie Bilderordner auf der Festplatte. Bei Windows kooperiert die Synchronisation auch mit Photoshop Elements.

Fotos aus der zweiten Kategorie, die vom Computer entfernt worden sind, werden von iTunes beim nächsten Synchronisations­vorgang vom mobilen Gerät gelöscht.

Darum ist die einfachste Lösung im vorliegenden Fall, die Bilder mit der unbekannten Herkunft auf den Computer zu kopieren und sie dort zusammen mit den Bildern abzulegen, die mit dem iPad synchronisiert werden.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.11.2014, 18:02 Uhr

Der TA-Experte beantwortet Fragen zu Mac, Windows, Sicherheit, E-Mail, Internet und Multimedia.

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